Google+ Hardboiled SCB: SC Bern - HC Fribourg Gottéron 4:1

Freitag, 13. Februar 2015

SC Bern - HC Fribourg Gottéron 4:1

Regel 1: Als Cupsieger feiert man nicht ab, geht dafür mit dem nötigen Elan in das nächste Spiel. Fazit: Erfüllt. Regel 2: Wenn Du als Gastklub um die Playoffs kämpfst, musst Du alles geben, Pucks fressen, Banden lecken, boxen, prügeln, motoren und ohne Slip spielen. Fazit: Nicht erfüllt. Eine solide Leistung reichte uns, um die Furzburger relativ deutlich und ungefährdet vom Eis zu arbeiten. Wir waren eklig heute, standen den Hutzenbröhnen mehr auf den Füssen rum wie ich alben wenn ich tanzen sollte, das hat bereits gereicht. Gottendrohn spielte ohne Feuer, ohne Überzeugung, so wird das mit Garantie nichts mit Playoffs. Bei uns braucht es allerdings auch noch viel, um einigermassen ins Playoff-Niveau zu kommen. Mir passte heute das Powerplay nicht, mir passten heute die diversen Aussetzer in der Abwehr noch weniger. Aber egal, noch ist nicht Party-Playoff-Time, es bleiben ja noch zwei Wochen.

Also, die Cupsieger waren wirklich bereit, das muss ich neidlos sagen. Ich habe nach dem Cupsieg wohl mehr gesoffen als das ganze Team zusammen. Egal, ich bin ja auch nur Fanatiker und nicht Aktiver. Von Beginn an waren wir wirklich bissig, liessen den Krabbenburgern keine Raum, störten gut. Bald schon hatten wir einen Penalty zum Knallen, aber Plüsch Ferdu hämmerte das Teil dem Conz an den Hals. Uha uha uha. Kann ja gar nicht sein, gell? Wir kamen zwar mit Wucht, meistens war das Eindringen in ihr Drittel mit Murks und Krampf verbunden. Es fehlte die Tube Gleitcreme, ganz klar. Aber unser Gegner packte da seine Chance viel zu wenig, irgendwie war das Angsthasen-Hockey. Die ganz grossen Chancen fehlten auf beiden Seiten, es gab ein paar getümmelartige Szenen, die aber verfurzt wurden. Kurz vor Ende des Drittels wurden wir dann von einem Lob-Pass überrascht, Daniel Frisch konnte wirklich oberdoof einschieben, weil Beppo 3 Meter weghechtete. Egal. Das passte mir gar nicht, aber zum Glück haben wir ja Doc Holliday, seine Granate brachte uns noch im ersten Drittel zum Ausgleich.

Im zweiten Drittel zogen wir dann energischer unsere Bahnen. Die Hutzenbröhne brachen ihre Angriffe meistens schon ab bevor sie begonnen hatten. Und hinten räumten sie gnadenlos nicht auf, so dass der junge Hügel uns bald in Führung bombte. Da sämtliche Reaktionen der Gotteronistis ausblieben, stocherte Lochrand ungefähr 300 mal nach bis er die Scheibe zum 3:1 in die Krätze fegte. Das war bereits sowas wie ein K.O. für die Seppelbande aus dem verbotenen Tal. Fast krass wie unbeholfen sie sich anstellen, was war mit Julien los fragte sich das ganze Stadion. Irgendwann war der doch gefährlich und gut, heute war er so ein Gschtabi wie noch selten gesehen. Wurde er beim Onanieren erwischt? Von Mutti? Oder noch schlimmer ... vom Trainer? Egal. Nach 40 Minuten war für mich der Fall klar.

Der letzte Abschnitt brachte dann sofort die endgültige Klarheit. Holldrioway knallte uns herrlich zum 4:1, endlich mal ein flüssiger Angriff, heute war vor allem mein Getränk flüssig, nicht aber unsere Angriffe. Im Powerplay übten wir weiterhin relativ gnadenlos schwach, zwar hatte es gute Ansätze, aber es war etwa so gefährlich wie ein Sprung vom untersten Treppentritt auf den Boden. Doch eben, es reichte zum ungefährdeten Sieg, auch weil Beppo nach ein paar Aussetzern am Schluss dann grandiose Paraden zeigte und die Hutzenbröhne dann noch fast ein bisschen nervte.

Also, wir leadern gewaltig, 6 Punkte sind gut auf den Z, auch wenn am Sonntag die Zürcher 100:0 gewinnen werden wir Leader bleiben. Sowas habe ich mir gewünscht, wagte es aber nicht auszusprechen. Ach, noch ein kleines Detail ist mir in den Sinn gekommen: Wir haben am Mittwoch mit 2 Stunden harter Arbeit mehr Titel erreicht als Gottéron in 77 Jahren. Schon krass. Aber geil.


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