Google+ Hardboiled SCB: 24.09.2016 EHC Biel - SC Bern 4:1

Sonntag, 25. September 2016

24.09.2016 EHC Biel - SC Bern 4:1

OK, leicht verspätet melde mich mich, dafür bin ich jetzt wieder knackig frisch und Herr meiner Sinne. Gestern wollte ich noch schreiben nach dem Debakel-Spiel, aber ihr kennt es, wenn ich auswärts einlaufe dann wird's feucht auf Erden bzw. in meinem Magen. Ich war ungefähr so, wie der SCB. Am Anfang mit Stolz geschwellter Brust ins Stadion gelaufen, danach wich die Luft so langsam aber sicher, am Schluss trorkelnd wie ein Zitteraal nach Hause. Der Alk hatte einfach den Vorteil, dass ich trotzdem gute Laune hatte, nüchtern war das Spiel nicht zu ertragen. Die Piller knallten uns sowas von locker mit 4:1 weg, unsäglich. Übrigens sehe ich auf meiner Tastatur wieder alle Buchstaben, um 01.30 Uhr war es einfach nur noch eine einzige Fläche. Der erste Satz, den ich schreiben wollte, lautete "dkjlae", also habe ich abgebrochen wie ein Stachelrochen.

Ja, das Spiel beginnt, ich sitze in der wirklich schmucken Eishalle und juble nach 3 Minuten innerlich. Der Posthelm Alkoholbeller schob nach einem Gestocher vor Tschonas Hiller ein und brachte uns aber so richtig in Führung. Danach waren wir 7 Minuten lang weiterhin die bessere Mannschaft. Ab Minute 10 wurden wir dann aber versenkt ohne Ende. Der Ausgleich der Seebeckenlecker war noch nicht unser Ende, was danach aber kam dann leider schon. Das einzig Positive nach dem Startdrittel war das Resultat, wie schon in den Spielen zuvor.

Doch unsere Demontage nahm ihre Fortsetzung im zweiten Drittel wahr. Wir waren zu vielen Dingen nicht mehr in der Lage. Einen Pass spielen. Einen Pass annehmen. Einen Pass auf die Schaufel des Mitspielers spielen. Powerplay spielen. Das eigene Tor im Griff haben. Wichtige Zweikämpfe gewinnen. Knackig schiessen. Spielaufbau. Angriffsauslösung. Ihr seht, so ist es wirklich recht schwierig, ein Spiel zu gewinnen. Wahrscheinlich hätten wir Wichtelmänner auf das Eis stellen können, es hätte weniger elend ausgesehen. Biel, nun krass besser, knallte uns natürlich mit Wonne gnadenlos vom Eis. Sie hatten starke Ausländer und starke Schweizer, von dem träumen wir im Moment. Der Lasch zum Beispiel, uha, was war das für ein Auftritt? Haben die irrtümlich seinen Sohn verpflichtet? Von der Grösse her wirkt er ja ungefähr wie 14-jährig? Nun ist mir auch klar, wie er in Schweden seine Scorerpunkte geholt hat, ist ja klar wenn man noch bei den Mini-Novizen mitspielen darf. Unsäglich.

Das letzte Drittel war dann ein Schaulaufen für die Bieler, die ihrem treuen Volk dann noch sehr viel mehr fürs Auge boten. Sie waren quasi die Stangentänzerin, die euphorisiert vom Beifall noch das blutte Füdi zeigt, unter tosendem Applaus. Für uns lag nur noch Schadensbegrenzung drin, ein trauriger Auftritt war dann zum Glück endlich vorbei. Was für eine Klatsche!

Fassen wir mal kurz zusammen: Alle Gegner dominieren uns, egal wo wir spielen, egal wie wir spielen. Unser Spiel ist ein Kauderwelsch mit Schimpansen-Gesten. Alles so wie letzte Saison. Also sind wir total auf Meisterkurs. Prost.

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