Google+ Hardboiled SCB: Playoff HF 2: HC Lugano - SC Bern 1:4

Donnerstag, 23. März 2017

Playoff HF 2: HC Lugano - SC Bern 1:4

OK. So habe ich es gerne. Eben. Maul abwischen und dann zurückschlagen und die Serie wieder in die richtige Richtung lenken. Gegen ein starkes Lugano konnten wir unseren Riegel relativ gut aufziehen und Hinten mit einem genialen Genoni fast dicht halten. Vorne schossen wir die wichtigen Tore zum brutalen Kantersieg. Uha uha uha. Es war harte Arbeit heute, was ja aber normal ist, wenn man in einem Halbfinale steht. Das 1:4 ist gut für uns, für Lugano relativ brutal, denn sie waren lange Zeit sehr tonangebend, verstrickten sich aber in den Schönspieler-Modus und suchten nicht die perfekte Welle, sondern den perfekten Pass. Oft konnten wir mit einem Millimeter Stock gerade noch dazwischenfunken. Aber Lugagel hat Fortschritte gemacht unter Gerhard Eierland. Unter dem Schreder wären sie uns nach dem 0:2 ins offene Messer gelaufen. Sie spielten erstaunlich geduldig weiter und hielten das Spiel lange sehr eng. Aber der Mann des Spiels (neben Leo), der Bidu Gerber (er hechtete mindestens in 5 Schüsse), schoss dann endlich mal einen hohen Hammer zur Entscheidung in die Kiste. 1:1 in der Serie, am Samstag gehts weiter, Vollgas Jungs!

Weil die Lugano-Fans nun sicher enttäuscht sind, habe ich mir alle Mühe der Welt gegeben, um ein tolles Gedicht für sie zu schreiben:

Die Lugagel-Fans wollen schreien "Forza"
Doch sie sagen dann "Lueg itz mau das Knorz a"
Und der Merkellecktiltis reckt daneben
Der blieb ja fast in seinem Bisi kleben
Doch der Tessin wird morgen wieder lachen
Weil der Lapierre tut heute noch seine Frau machen

Im ersten Drittel war ich doch sehr nervös und trank nur 3 Bier. Lugano in der Resega ist KEIN leichter Gegner. Das wissen wir. Der Start würde für uns wichtig werden, ganz klar. Und das gelang nicht schlecht. Die ganz grossen Torhchancen waren nicht unbedingt da in der Startphase. Aber auswärts ist mir das egal. Wir durften dann mal Powerplay üben, und oh Wunder, eine durchdachte Kombination endete nicht mit einem Pass auf Hodenhöhe, sondern kam zum freistehenden Trüffelnacht, der dem Merkellecktiltis die Scheibe zwischen den Ohren zur Führung einschob. Gross in Gefahr kamen wir in diesem Drittel nicht, weil Lugano zwar geschockt war, aber auch nicht Herzinfarkt-Hockey spielte.

Das zweite Drittel hatte dann Phasen, die mir weniger gefallen haben. Irgendwie haben wir ab und zu ein ähnliches Problem wie ein Teenager. Da ist Ordnung im Zimmer, 3 Sekunden später sieht es aber im Zimmer aus als wäre eine Bombe explodiert. Bei uns verloren wir ab und zu die Zuteilung und Lugagel konnte viel zu lange in unserem Drittel rumhebeln. Als wir uns dann befreiten, war es meistens ein "Spiel die doofe Scheibe einfach tief ins Drittel der Lugagler, damit wir wechseln können". Und die nächste Welle von Lugano kam, die zwar versandete wie ein Frauenfurz am 1. August, die doch so doof klepfen. Als dann mal ein Konter lief, versuchte das Ehebett die Stellung des Jahres, sein Drehschuss wäre wohl missglückt, aber ein Verteidiger lenkte die Scheibe mit dem Schlöf ideal zur Deckenfrau ab, der sofort schoss und das 2:0 in den Knarst brachte. Lugano blieb ruhig, auch wenn sie fest grännen mussten. Der Anschlusstreffer zum 1:2 war dann herrlich herausgespielt. War etwas unfair, weil wir einen Joggel weniger auf dem Eis hatten.

Also durfte man auch das letzte Drittel mit 200 Puls in Angriff nehmen. Lugano riskierte immer noch nicht alles, sie standen jetzt aber etwas höher, doch eben, unsere Konter sind ein Thema für sich. Aber es ging ja gut, also will ich nicht so gross rumleiern. Gekämpft haben wir wie stolze Bären, es war unglaublich, wie oft sich unsere Jungs in die Schüsse gelegt haben. Als wir dann kurz vor ihrem Tor drücken konnten, kam die Scheibe zu Beat Bomber Hammerschuss Gerber. Was für ein Strich liess denn der Mann da los? 1:3 und ich tobte ab und sang lautstark "La Montanara". Ziemlich falsch zwar, aber egal. Der Gerhard Eierland nahm dann den Merkellecktiltis noch raus, da semmelten wir hartnäckig nach, Moser holte die Scheibe in der Ecke und passte zu Plüsch Ferdu, der die Scheibe zum 4:1 versteckte. Nun war alles klar. Gut für uns.

Also, das Spiel heute war attraktiv, weil unsere Leistung ziemlich konstant war. Es gab noch Phasen, wo eben die Ordnung nicht mehr ganz stimmte, aber mit solchem Einsatz kann man den Schaden fern halten. Aber man darf sich das nicht zu viel erlauben. Wir haben jetzt eine best-of-five-Serie, am Samstag muss die BriefmarkenGeld Arena so richtig zittern. Wenn man nach einem Fehlstart die Serie wieder ins richtige Licht rücken kann, muss das Standgas am Samstag bereits Vollgas sein. Dampf machen Jungs!!

Eine Interessante Anektote habe ich noch von unserem Liebling, dem harten, nein was sag ich, dem ultraharten Lapierre. Er wurde beim Einspielen von einem Puck getroffen. Lapierre zeigte keine Wirkung, aber der Puck blutete. So hart ist der Lapierre. Unfassbar.

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