Google+ Hardboiled SCB: Playoff HF 1: SC Bern - HC Lugano 2:4

Dienstag, 21. März 2017

Playoff HF 1: SC Bern - HC Lugano 2:4

Wisst ihr, als ich in der ersten Klasse war, mussten wir im Zeichnen einen Gegenstand zeichnen und der Lehrerin am Schluss der Stunde abgeben. Ich zeichnete glaube ich ein Auto. Mein Sitznachbar machte einen Punkt aufs Blatt und sagte dass sei ein Pöög von seinem Vater. Die Lehrerein zog den Saububen ziemlich heftig an seinen Ohren (das war damals noch erlaubt) und sagte Worte, die mir heute nach unserem Playoff-Halbfinal-Startspiel wie Glockenschläge durch den Schädel dröhnten. Sie sagte "So aber nicht, pfui pfui". Das war für mich das Motto heute. Erneut konnte ich die Playoff-Intensität nicht feststellen, wie schon gegen die Piller. Im ersten Drittel waren Phasen da, aber wir wissen es ja seit Jahrzehnten: Das reicht einfach nicht. Wir wollen aber nicht nur an unserem Spiel rumnörgeln sondern auch sagen, dass Lugagel seinen Job heute Abend einfach besser erledigt hat.

Dabei furzten wir wie die grösste Darmgrippe aller Zeiten los. Noch keine Minute war gespielt, als Schwerweh herrlich freigespielt uns die frühe Führung hinbombte. Der Merkel ihr Iltis hatte noch keinen Schuss halten müssen. Wir hielten in dieser Phase das Tempo gut hoch, griffen mit Elan an und hätten in dieser Phase sicher noch den einen oder anderen Ofen schreiben müssen. Es gelang nicht, und plötzlich änderte sich das Spiel. Lugano, nun endlich angekommen, griff schnittiger an und brachten uns massiv in Verlegenheit. Ich drehte wieder fast durch, wenn wir gefühlte 2 Minuten nicht mehr aus dem Drittel kamen. Weil wir uns selber im Weg standen oder uns komisch befreien wollten. In diesem Drittel ging es noch knapp gut, aber ich hatte ein ungutes Gefühl. Wenn ein Spiel so geil beginnt, dann erwarte ich einfach, dass der Kohleschipper noch 12 Brickets drauflegt und nicht mehr zu bremsen ist. Aber bei uns trotteten irgendwie Hans Wirrwarr und Fritz Kompliziert auf der Eisscholle umher.

Das zweite Drittel zeigte uns dann schonungslos die Wahrheit. Fazzini, ein Riesentalent, reagierte auf einen Abpraller am Schnellsten und glich das Spiel aus. So ungefähr bei Spielhälfte. Vorher bewahrte uns Leo ein paar Mal vor dem Ausgleich, da gab es dann aber nichts mehr zu halten. Nach 40 Minuten konnten man sich überhaupt nicht beschweren, dass es Unentschieden stand. Ich beschwerte mich trotzdem, weil ich mich aus Prinzip immer beschwere wenn wir nicht führen. So bin ich. Uha uha uha.

Unser Untergang kam dann zuckersüss im letzten Drittel. Käsa, der Emmentaler Kranzschwinger für Rinder ohne Euter, zog furztrocken ab und brachte Lugano in Front. Noch einmal schien das Spiel auf unsere Schiene zu gleiten. 90 Sekunden später schoss der unter dem Sand lebt uns wieder zum Ausgleich. Alles war bereit zum Playoff-Party machen. Nur unsere Störche nicht. Als ein Konter über die sehr unhygienischen Schweden lief, wurde Bürgler genial angespielt und Lugano hatte die Führung wieder. Danach war es ein bisschen ein Anlaufen, aber wir wissen ja, dass sie ebenfalls einen guten Hexer haben. Als Leo das Netz freigab, versemmelten wir die Scheibe, es passte zum ganzen Spiel, so dass der Garten uns den vierten Ofen in die verlassene Krutze semmelte. Das war es dann auch.

Trotzdem schlafen ich gut. Der Fall ist doch einfach klar: 5 Spiele gegen Biel und jetzt 1 Spiel gegen Lugano habe ich einfach kein oder nur ganz selten Playoff-Hockey gesehen. Auch heute hatte ich das Gefühl, das viel zu wenig kam. Keine Intensität. Dann auch die üblichen Probleme, über die wir schon lange reden: kompliziert, schlechte Schüsse und viele Probleme mit sich selber. Aber egal, das sind Playoffs. Man kann nicht immer alles wegräumen wie letztes Jahr. Aber wenn am Donnerstag wir erneut nicht in den kapitalwichtigen Modus "Playoff" kommen, wird es ganz hart, diese Serie zu gewinnen. Natürlich ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts verloren, logo, auch nach einem eventuellen 0:2 noch nicht, mir gibt die Art und Weise mehr zu denken. Der Kampf war da, kein Vorwurf an die Spieler, aber irgendwie hatte Lugagel viel zu oft alles ziemlich im Griff. Das darf nicht sein. Egal, neues Spiel, neues Glück, aber einfacher wird es am Donnerstag nicht.

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