Google+ Hardboiled SCB: Hardboiled SCB's wissenschaftlicher Blick aufs Halbfinale

Dienstag, 21. März 2017

Hardboiled SCB's wissenschaftlicher Blick aufs Halbfinale

Bevor ich richtig loslege, habe ich noch eine kleine Randnotiz, die Euch zeigen soll, wie grossartig unser CEO den Humor von "Hardboiled SCB" aufnimmt. Ihr habt alle das Orakel gesehen, wo ich mit Büstenhalter und Slip den SCB-Sieg in der Serie für den SCB vorhersage. Heute erreicht mich eine Meldung unserers CEO's: "Du musst noch meine Unterhosen zurückschicken". Absolut Klasse, das ist auch ein Grund, warum ich diesen Verein so abgöttisch liebe! Grosses Kino! Danke Marc!

Hardboiled SCB bietet Euch die einmalige Gelegenheit, unseren Halbfinal Gegner HC Lugagel (amtlich: Lugano) so richtig kennen zulernen. Erst schauen wir in die allgemeine Geschichte, danach auf das Eishockey. Wer gut aufpasst, wird also heute Abend mit einem Bildungsvorsprung am ersten Halbfinalspiel in der hoffentlich krachendvollen PosterBrillant Arena stehen. Bildung ist wichtig, da nickt auch Maxime Lapierre eifrig mit seinem Popo.

Also, Lugano wurde scheinbar von den Lepontier gegründet. Die Typen handelten mit dem Norden und Süden. Irgendwann kam dann ihr Anführer, der Windgang (alte Form von Wolfgang) Ristotto (er erfand später auch das Risotto) auf die Idee, an dem See eine Stadt zu errichten. Bereits im 9. Jahrhundert wird Lugano erstmals in Schriften erwähnt. Damals hiess die Stadt aber noch nicht "Lugano", sondern "Dattelaffenbrotbaumno". Dieser Name war aber zu kompliziert und man wurde neidisch, weil Ambri einfach nur Ambri hiess. Also suchte man nach einem poppigeren Namen. 

Via "Lutschano" über "Lugagel" hiess dann die Stadt ab 1803 offiziell Lugano. Das war dann auch der Moment, als Lugano offiziell zum Tessin beigetreten ist. Vorher wollte sie niemand, Italien kriegte Schreikämpfe ab dem Ort, die Schweiz ebenfalls. Erst als sie einen poppigen Namen hatten, gehörten sie so richtig dazu.

Den Eishockeyverein kennt jeder von uns. Ab heute Abend wird es ein erneutes gnadenloses Duell geben, wie so oft in der Vergangenheit. Interessant ist, dass der SCB 27 Playoffspiele gegen die Südost-Tessiner gewonnen hat, sie hingegen nur deren 16 gegen uns. Aber Statistiken sind für nichts zu gebrauchen. Es ist eine neue Serie und die Karten werden neu verteilt.

Lugano hat gegen den Z bewiesen, dass man die Playoffs aber so richtig ernst nimmt. Es war beeindruckend, wie Lugagel sich in die Schüsse stürzte und den ZSC so blockierte. Klar, ein paar Blockversuche waren nicht absichtlich, sondern geschahen weil der Forechecker auf die Schnauze fiel, aber egal. Geblockt ist geblockt. Der ZSC spielte aber nicht das Hockey, das die Tessiner entnervt. Aber der neue Trainer von Lugano, der Greg Eierland oder so, hat da gute Arbeit geleistet. Also nehmen wir den Sieg gegen den eigentlich höher dotierten ZSC zur Kenntnis, erstarren aber nicht in Ehrfurcht.

Ein Hardboiled-Leser hat mich darauf aufmerksam gemacht, wo es bei uns im Moment (neben Powerplay, Angriffsauslösung etc.) noch harzt. Letzte Saison liefen bei uns alle 4 Linien konsequent über das Spielfeld. Nach der Serie gegen Biel, sieht man aber ein anderes Bild. Betrachten wir mal die Eiszeiten von ein paar Spielern (Stürmer):

- Arcobello 23.4 Minuten pro Spiel auf dem Eis
- Ebbett 20,6 Minuten pro Spiel auf dem Eis

Der Rest pendelte sich irgendwo darunter ein. Aber Achtung, das gibt zu denken:

- Alain Berger 8,2 Minuten pro Spiel auf dem Eis
- Marco Müller 7 Minuten pro Spiel auf dem Eis
- Randegger 6,4 Minuten pro Spiel auf dem Eis

Das will heissen, dass wir eigentlich mit 3 Linien gespielt haben. Das funktioniert gegen Lugano aber wohl nicht. Also müssen die Jungs der Vierten einen Zacken zulegen, sich aufdrängen, aber auch Karl Neinonen muss die Kräfte besser verteilen. So richtig Druck machen kann man nur, wenn 4 Linien gemeinsam Power geben. So wie letzte Saison. Sonst befürchte ich, dass die Batterien der Schlüsselspieler zu schnell leer sein werden. Entgegen kommt uns natürlich das Publikum in Lugagel, die nach jedem Schiri-Entscheid alles aufs Eis knallen, was sie finden (auch Schwiegermütter lagen schon da unten). Oft gibt es nach der zusätzlichen Eisreinigung gleich wieder eine Eisreinigung, weil sie die letzte Eisreinigung nicht gut fanden und wieder Zeugs runterschmeissen. Das kann dem Gegner ideale "Gratis-Timeouts" geben.

Also, schauen wir dem Spektakel heute zu, ich bin gespannt auf diese Serie ohne Ende! 


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