Google+ Hardboiled SCB: Müllhalde Resega machts vor - Abfall kann auch Spass machen!

Freitag, 24. März 2017

Müllhalde Resega machts vor - Abfall kann auch Spass machen!

Die Routiniers unter uns kennen die Situation in der Resega zu Lugano. Bei jedem Entscheid gegen Lugagel fliegen tonnenweise Gegenstände auf die Eisfläche. Ich finde das grossartig. Denn gestern hatte ich 2 mal den Eindruck, dass diese zusätzlichen Eisreinigungen für uns gerade im rechten Moment gekommen waren. Tief Luft holen konnte man und frisch und munter danach weiterspielen. Das Phänomen ist eigentlich, dass das so beliebte Müllschmeissen in Lugano seit Jahren vom Verband einfach so hingenommen wird. Fliegt bei einem kleinen Verein ein halbes Konfetti aufs Eis, werden drakonische Strafen angedroht, Platzsperre zum Beispiel, oder ein Spiel im Jersey vom HC Fribourg-Gottéron spielen müssen, brutal. In Lugagel aber ticken die Uhren scheinbar anders. "Man kann es halt nicht verhindern" sind die viel gehörten Sätze. "Das ist südländisches Temperament" wird einem mit einem Lächeln erklärt, währenddem Frau Mantagazza daneben steht und dem Funktionär auf den Schritt schielt.

Man könnte es schon verhindern. Ist den vom Verband noch niemanden aufgefallen, dass die Zuschauer in der Resega fast alle mit einem 35-Liter-Kehrichtsack (gefüllt) ans Spiel kommen? Das ist auch der Grund, dass die Halle nicht mal in einem Halbfinal ausverkauft melden kann. Die Kehrichtsäcke nehmen zuviel Platz weg. Da in Lugano sehr viele Leute leben, die den Zahltag brauchen, damit das Konto nicht mehr auf Minus steht, können sich nicht alle Ugah-Ugah's die Kehrichtgebühren leisten. Was liegt da näher, als den ganzen Scheiss am Hockeyspiel zu entsorgen? Gratis! Ohne Gefahr, dass man aus dem Stadion verbannt wird! Eigentlich eine wirtschaftlich vernünftige Lösung!

Der HC Lugano unterstützt das Recycling, einfach nur runterschmeissen darf man im Fall nicht. Hat man Teile aus Metal, muss das in die neutrale Zone geworfen werden. Lebensmittel auf die linke Seite, Damenbinden und Vibratoren auf die rechte Seite. Das ist Fortschritt! Der Müll wird dann eingesammelt und nach Möglichkeit neu aufbereitet. So konnte man die Cuva Nord aus Monatsbinden-Pappe bauen. Was übrig bleibt, wird dann umweltbewusst in den See geschüttet. Grosses Kino.

Allerdings bleiben immer weniger Abfälle übrig. Nicht weil Lugagel mehr recycelt als früher, nein nein, Maxime Lapierre wurde schon mehrmals beim Naschen erwischt. Denn alle wissen: Lapierre ist nicht Lapierre, wenn er hungrig ist. Das war gestern deutlich zu sehen, als der härteste aller harten Härter, der so hart ist dass die Härte daneben weich aussieht, von unserem Manndli Lasch relativ grob gecheckt wurde. Lapierre war traurig, Trainer Eierland schickte sofort jemanden auf die Mülldeponie vor dem Stadion. Nur Sekunden später kaute der Maxime zufrieden auf einer alten Monatsbinde herum und war dann wieder der ganz harte Mann.

Liebe Berner, ärgert Euch nicht über die Zustände in der Resega, das war schon immer so, es ist jetzt so und es wird auch immer so bleiben. Uns nützen die Gratis-Timeouts ja eigentlich. Trotzdem: volle Kraft voraus, so dass wir nur noch einmal in der Resega spielen müssen!

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