Google+ Hardboiled SCB: Ich rede über Lars und dann noch über die Hutzenbröhne

Samstag, 12. März 2016

Ich rede über Lars und dann noch über die Hutzenbröhne

Ja, kaum ist die Halbfinal-Quali nach einem glorreichen 4:0 gegen den Qualiwelteuropaasienrusslandüberseemeister ZSC Lions im Trockenen, haben viele Leute nun entsetzt reagiert, als zu einem relativ komischen Zeitpunkt die Meldung über die Latten tickerte, dass Lars Leuenberger bei uns keinen Vertrag für die neue Saison erhalten wird. Als Lars den  unsäglichen Boucher ablöste, tobte das Volk ziemlich ähnlich, nur war die Stimmung dort eher "Vetternwirtschaft" und "Skandal". Nun, nach 4 zugegebenermassen geilen Playoff-Fights, bei denen wir in Spiel 1 und 2 aber auch ganz viel Glück brauchten, ist die Stimmung umgeschlagen. Man versteht den SCB nicht, gleich geblieben sind von dem her die Beschimpfungen gegen die Klubführung. Es ist wirklich sauschwer, es dem Volk recht zu machen. Aber ich lasse Euch mal daran teilhaben, wie ich über das Ganze denke.

Also, das Schlimmste daran ist eigentlich, dass der SCB irgendwo ein Leck haben muss. Anders kann ich mir den Zeitpunkt dieser Öffentlichmachung nicht erklären. Jemand hat dem Blick ein Lied gesungen, der SCB konnte dann wohl oder übel nur noch bestätigen. Aber nochmals zu den richtigen Facts: Die Klubleitung hat VOR den Playoffs, nach einer unter beiden Trainern mühsamen Quali (punktgleich abgeschlossen mit dem Neunten ...) entschieden, dass man für die Saison 2016/17 einen neuen Trainer will. Mit Lars wurde kein Spiel gespielt, er wurde sofort über diesen Entscheid informiert, ebenso wird das Team alles mitgekriegt haben. Man ist an Jalonen dran, ob jetzt wirklich schon unterschrieben ist oder nicht, weiss ich nicht. Oder ich sag ich weiss es nicht. Der SCB hat Jalonen noch nicht bestätigt, wohl aber die gesamte Presse. Für Lars ist es vielleicht nicht ganz der gerechte Lohn, er hat uns schlussendlich in die Playoffs gebracht und heroisch das Halbfinale erreicht. Aber, das ist meine persönliche Meinung, Lars muss mit seinen jungen 40 Jahren seine Trainerkarriere nun modular aufbauen. Der SCB ist unglaublich schwer zu führen, wir kennen es, in der nächsten Saison wäre er auf einem Sprungbrett gestanden, die erste Krise hätte wieder Tumulte gegeben, man solle ihn sofort entlassen. Das ist in Bern so. Nun holt man einen Mann, der ziemlich fest im Sattel sitzen wird. Er hat grosse Erfolge als Klubtrainer gehabt, er führt die finnische Nati, er gilt in Europa als Toptrainer mit grosser Erfahrung. Also kein Lehrling aus der NHL oder so. Er könnte der Mann sein, der auch mal länger in Bern arbeiten könnte. Um wieder in ruhiges Gewässer zu fahren (denn sowas wie die letzten 3 Jahre will ich nicht nochmals vor die Tür geschissen gekriegt haben) braucht es jetzt diesen Trainertyp. Das ist nichts gegen Lars, aber er soll jetzt zum Beispiel mit der U20-Nati seine Erfahrungen vertiefen, eventuell dann in einem "ruhigeren" NLB- oder NLA-Klub als Trainer arbeiten. Wisst ihr, wenn man die Lehre im Betrieb A macht, ist es gar nicht so schlecht, wenn man dann im Betrieb B arbeiten geht, bevor man dann mal wieder zum Betrieb A zurückkehrt. Sonst gilt man immer als Lehrling im Betrieb A. Wir kennen das.

Das Team hat auf grossartige Weise auf diese Nachricht reagiert. Die werden für ihren Coach nochmals wirklich alles geben. Und Lars kann hier seine ersten Trainererfahrungen vielleicht mit einem grossartigen Moment beenden und riskiert nicht, dass er irgendwann gefeuert wird. Ich kann die Handlungsweise meines Lieblingvereins auf jeden Fall nachvollziehen, nicht aber das Leck dass da aufgetreten ist.

Dann müssen wir noch zu unseren Freunden auf Gottéron blicken, sie haben ja den Sweep abwenden können, weil Rathgeb Genf aber so richtig krass in die Playouts gebombt hat. Aber anstatt jetzt auf "Ja ja, nun gibts auf die Fresse, Genf, wir sind wieder da, stärker denn je" zu machen, kommt heute eine Story, die einem die Leber zum Magen erstarren lässt (s. Bild). Nun hat plötzlich scheinbar ein Wunderheiler ein Wundergetränk gebraut. Uha. Hallo Trottelfon, es sind Playoffs, nicht Rapunzelstunde! Unsäglich. Der Wunderheiler hat diverse Pflanzen gesammelt, getrocknet und dann mit Wasser übergossen. Kurz und gut: Er hat ihnen einfach einen Tee gemacht. Gopfetamminomau. Und das gibt eine Story? Egal, sie fühlen sich jetzt wie Obelix und Co, hoffen wir einfach das Schüschu nicht wieder einen Genfer mit einem Hinkelstein verwechselt verwechselt. Uha.

Und für die jetzt temporär trockengelegte Sucht vom SCB-Eishockey: Am Sonntag, den 13.03.2016 um 17 Uhr kämpfen die Junioren gegen Lausanne im alles entscheidenden Spiel um den Einzug in den Final. Sie freuen sich über jeden Support! Und nun schauen wir mal, ob unser Spielplan nach heute Abend endlich feststeht. Die Warterei macht einem ja ganz buschig!

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