Google+ Hardboiled SCB: 23.10.2015 EV Zug - SC Bern 3:0

Freitag, 23. Oktober 2015

23.10.2015 EV Zug - SC Bern 3:0

Was für ein erfolgreicher Abend für den SC Bern. Wir haben heute, abgesehen von einer grausamen Niederlage, herrliche Rekorde für da Kiness Buch of Räcords aufgestellt. Wir haben zum Beispiel den absoluten Rekord von "dem gegnerischen Spieler in die Beine schiessen" mit 2'451 Versuchen überboten. Dann haben wir den Rekord in der Sparte "die ungefährlichsten Torschüsse der ganzen Welt" in jedem Drittel gebrochen. Dann haben wir eine Diskussion in der NHL entfacht, ob es denn richtig sei, dass man die Torschussstatistik wirklich für jeden hinterletzten Afterschuss nachführen muss, auch wenn der gegnerische Torhüter fast einschläft bei der Parade. Ihr seht, der SCB gibt immer zu diskutieren. Nichts zu diskutieren gab es leider heute im Spiel, Zug war klar die bessere Mannschaft und hat uns völlig verdient die Toastbrote in den Schlitz gepresst. Sie spielen schönes, erfolgreiches Eishockey, verziert mit geilen Pässen, schnellen Stürmern und Ausländern, die einem das Wasser im Sack zu Samen gerfrieren lässt. Aber der Reihe nach.

Also, wir beginnen in Zug wie eben ein absoluter Underdog beginnt wenn er Angst hat, dass die pösen pösen Zugger Spiess-Hegglin-Söie gleich ein Tor schiessen. Wir machen fast nichts für Spiel, sondern arbeiten wie Bauarbeiter die eigentlich aus dem Büro kommen und nun plötzlich ein Hochhaus konstruieren sollten. Zug war spritzig, Zug war gefährlich, hach was würde ich das gerne mal über uns schreiben. Und nicht erst, wenn die Dauerloser Ambri im letzten Drittel auseinanderfallen, ich möchte es mal gegen ein gutes Team schreiben können. Aber egal, wir leiten ja dann die Niederlage noch selber ein, wir haben einen Mann weniger, der Plüsch Ferdu kann Entlastung bringen, fliegt im Zuger Abwehrdrittel dann auf die Schnauze, fährt zurück, aber da ist schon längstens ein Gnom von uns auf dem Eis. Unkorrekter Spielerwechsel in Unterzahl. Wie bescheuert kann man sein? Die 2-Mann-Überzahl überstehen wir nicht, Bouchard der starke Tschumpel serviert dem bisexuellen Immodiumakut einen Zuckerpass und unsere Gschwelti ist geschlagen. Mit dem 1:0 nach einem Drittel waren wir gut bedient, wir trafen zwar noch einmal den Pfosten, es war glaube ich der einzige gefährliche Schuss, aber gleichzeitig semmelte Zug ebenfalls 2 Metalltreffer hin.

Im zweiten Drittel zagten wir weiter wie eine Jungfrau vor einem Gang-Bang. Es ging nicht lange, da kam die grosse Show von Amok Holden. Was für ein geiler Lauf und was für ein geiler Abschluss, alleine gegen alle und trotzdem keine Chance für uns an die Scheibe zu kommen - ein Klassetor des prähistorischen Schlächters. Neidlos anerkannt! Danach fragte man sich dann doch so langsam, wann wir den nun so äh eh uh hm ... mal gedenken, zu reagieren? Zug blieb in diesem Drittel die klar bessere Mannschaft, die hatten uns wirklich im Griff, das muss man neidlos sagen. Es war dann wieder der wirklich sehr kindische Bouchard, der mit einem weitern Weltklasse-Pass unsere Abwehr aushebelte und ein ziemlich hässlicher Verteidiger von ihnen uns das 3:0 in den Ofen müllerte. Da wir nicht die Loser aus Ambri als Gegner hatten, konnte man sich jetzt getrost den Lutz-Cafi widmen gehen, denn da war der Ofen endgültig mit einem Tsunami gelöscht worden.

Im letzten Drittel konnte Zug dann so spielen wie man spielen muss wenn man gut in Führung liegt: etwas passiv, aber immer auf den Konter lauernd, mit der Gewissheit, dass hinten der Tobiarsch Steifan halt einfach dicht hält. Klar bei unseren Schüssen. Sagt man dem eigentlich noch Schüsse was wir produzieren? Schuss tönt mir zu gefährlich für so wie sie von uns abgegeben werden. Sagen wir ihnen doch "Wurf". Oder "Sortierer"? Einfach irgendwas, was nicht so gefährlich tönt.

Also, ich bin nicht sauer, Zug hat uns heute einfach die Grenzen massiv aufgezeigt, von der Spitze sind wir fast eine ganze Klasse entfernt, unser Hockey ist manchmal zum Gränne passiv, Bergenheim entwickelt sich zum Bruder von Schlechtonnen. Wir haben eigentlich eine unheimlich spielstarke Mannschaft, spielen aber wie wenn wir die Stöcke zum zweiten Mal im Leben in unseren Patschhänden halten. Wir haben mehr Arbeit vor uns als ein halbierter Regenwurm der sich durch Granit in den Boden beissen sollte.

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