Google+ Hardboiled SCB: 20.10.2015 SC Bern - HC Ambri Piotta 6:3

Dienstag, 20. Oktober 2015

20.10.2015 SC Bern - HC Ambri Piotta 6:3

Ach meine Lieben, ich hatte doch meine Abschiedsrede für den Metzger nach 40 Minuten schon druckreif im Hirn gespeichert. So "es begann mit Ambri und endete mit Ambri". Es war schlichtweg desolat und unwürdig, was wir in den ersten 40 Minuten hingekratzt hatten. Beppo liess durch, die Abwehr lancierte nichts, die Stürmer murksten wie asarbeitschanische Bauarbeiter mit 3 Promillen, es war wahrscheinlich der jämmerlichste Auftritt ever ever ever ever. Schon beim Gedanken an ein Interview mit dem Metzger und die Aussagen wie "wir haben den Gameplan verloren" oder so trieb mir den Saft in die Tasse. Meine Güte, was habe ich gekocht. Dann eben kamen aber 20 Minuten, die nun dann wirklich schon fast wie Party waren, 5 Öfen von uns, die Wende, schöne Tore, herrliche Kombinationen. Ich schaute zur Bande, hatte Marc den Guy in der Pause gefeuert? Stand niemand mehr an der Bande, durften die Spieler spielen wie sie wollten? Aber nun alles der Reihe nach.

Wie fast immer ein hundsmiserabler und bekiffter Start von uns. Ambri semmelte uns nach ein paar Sekunden das 0:1 in die Maschen, ich fasste es nicht. Wie oft passiert das uns noch? Erster Torschuss gleich drin? Und meistens noch ein Furzofen? Krass. Der Gameplan war schon im Füdi. Danach kriegten wir keine Kufe mehr vor die andere, es war ein Gegurke wie in einer Hero-Gewürzessiggurkendose. Eben, in meinem Hirn kamen ganz grobe Fantasien in den Schädel, denn eines war klar: noch mehr desolate Heimspiele kann man sich hier in Bern nun echt nicht mehr erlauben. Der Zuschaueraufmarsch sprach Bände. Ambri bestrafte unser Puddingspiel völlig zurecht mit dem 0:2, der Magensaft spielte "Hüpf hoch bis zum Gurgel". Grauenhaft. Scheisse pur.

Im zweiten Drittel war das bestreben dann offensichtlich: Man wollte den Gameplan wiederfinden, den man verloren hatte. Nur suchte man am falschen Ort und liess den Ducka gewähren, so dass er zum 0:3 einsemmelte. 31 Minuten waren gespielt, und ich hätte jetzt nicht mal mehr ein Saisonabi der SCL Tigers gewettet. Da wir den Gameplan immer noch nicht gefunden hatten, murksten wir zwar etwas druckvoller, aber wir murksten halt. Der Anschlusstreffer von Schmitt Peter war dann ein grober Zufall, aber immerhin 1:3 und leichte, aber nur leichte Hoffnung. Denn das Geschlabber auf Kufen war wirklich unappetitlich wie ein eingewachsener Tampon. Was für ein Kot, was für Anti-Hockey.

Doch dann muss irgendwas passiert sein in der Kabine. Hing der Gameplan plötzlich da? Hatte ihn nur niemand gesehen? Oder hatte ihn ein Scherzkecks versteckt? Oder, Obacht jetzt, hat der Metzger seinen verfurzten Gameplan in Stücke gerissen und die Spieler angesaut sie sollen jetzt einfach spielen wie sie wollen? Oder telefonierte der Metzger mit den Blue Jackets und konnte so keine Anweisungen mehr geben? Fragen über Fragen ... Aber nun war der SCB da. Im letzten Drittel ging die Post nun mal so richtig ab. 44. Minute: Plüsch Ferdu zum 2:3. 48. Minute: Dirk König zum 3:3. 49. Minute: Simon unser Moses der Du bist zum 4:3. 54. Minute Althügel zum 5:3. Und zum Schluss noch der Timo Heering zum 6:3 in der 55. Minute. 5 Tore in 11 Minuten ... selten gesehen. Klar, Ambri baute ab wie eine Gotthard-Röhre die gewässert wird, aber, ich habe es gesagt, das war nicht entscheidend. Entscheidend war, dass nun Druck mit Hirn kam, nicht einfach Druck wie ein scheissender Wasserbüffel, nein, man dachte sich dabei noch was. Nun kamen die Pässe an, nun gelangen auch Zuspiele über die gegnerische Schaufel, nun landeten die Scheiben auf dem Stock und nicht in den Schöf. Sicher, es war krass, dass man gegen Ambri auf 3 Linien umstellen musste, aber schlussendlich bin ich froh um die Punkte. Die, die nicht kamen, haben wegen den letzten 20 Minuten nun trotzdem etwas verpasst.

Also, unsere Augen waren nicht mehr blau, die waren schon violett-schwarz eingefärbt. Im letzten Moment wurde eine massive Blamage verhindert. Und wenn man das letzte Drittel gesehen hat, spürt man doch irgendwie schon, dass es besser geht als vieles was wir bis jetzt gesehen haben. Oder ist es wirklich so, dass unsere Taktik uns selber in den Arsch beisst? Das Team hat im letzten Drittel offensiv abgefeuert, eigentlich möchte man das sehen bevor der Gameplan einem wieder die Unterhosen in den Spalt zieht. Schlussendlich wird der EHC Biel sehr froh sein das wir nicht in der totalen Krise sind, denn wir hätten selbstverständlich nach dem Metzger feuern den Kevin angefragt, ob er nicht ... aber lassen wir das. Uha uha uha.

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