Google+ Hardboiled SCB: 11.12.2015 SC Bern - HC Ambri Piotta 3:5

Freitag, 11. Dezember 2015

11.12.2015 SC Bern - HC Ambri Piotta 3:5

Heute habe ich mir während dem Spiel überlegt, ob es denn nicht eine Sportart gibt, wo wir gut aussehen würden. Denn im Eishockey gehts definitiv nicht. Also kam ich auf wunderbare Ideen. Dressurreiten? Nein, denn sogar dort gibt es mehr Körpereinsatz wenn das Hotti auf den Boden scheisst und irgendein Mümmel mit der Schaufel die Böller wegputzen muss. Synchronschwimmen? Hm, nicht schlecht, aber wahrscheinlich würden wir unsere Kür mit Schwimmreifen absolvieren, was dramatische Punktabzüge gäbe. Schach? Nein, denn wir würden uns selber Schachmatt setzten. Wir müssen wohl oder übel beim Eishockey bleiben. Leider. Gegurkt haben wir heute wie eine Tüte Popcorn ohne Salz, konnten aber trotzdem in Führung gehen, drückten sogar auf den 2-Tore-Vorsprung, um dann in 4 Blackout-Minuten das ganze Spiel zu versemmeln. Die gefühlte 32. Heimniederlage im 15. Heimspiel. Für mich sind wir bankrott, tun aber immer noch so als ob wir mit den 12 Rappen im Portemonnaie die ganze Erde ernähren können. Kampf ja, Zweikampf eher nicht, harte Checks schon gerade gar nicht, spielerisch Akzente setzten ist im Moment absolut unmöglich. Oder ganz kurz gefasst: Ich habe ein grauenhaftes Spiel gesehen mit einem Team, das mich ziemlich an einen Absteiger erinnert. 

Das erste Drittel war fast eine Kopie des Debakels gegen die Lasagne-Brüder. Wir spielten artig mit, konnten kaum einen Pass sauber spielen geschweige denn annehmen ... aber nicht weil Ambri so dicht deckte, sondern weil wir im Passspiel auf NLB-Niveau sind. Sorry, aber das ist nichts als die reine Wahrheit, desshalb auch die Zittersiege im Cup gegen NLB-Vertreter. Wir spielten uns genau eine Torchance heraus, die Kornacker aber mit einer 3-minütigen Wartefrist vor dem Schuss quasi selber in den Arsch löffelte. Ambri wartete auf unsere Fehler, um dann mit einem Konter in Führung zu gehen. Achtung jetzt: ein Stürmer hatte eine gute Schussposition und zog herrlich in den Angel ab. Monatelang nicht mehr gesehen bei uns. Aber egal. Die Leckentiner checkten unangenehm vor, unsere Bimssteine in der Abwehr waren ab den 2 oder 3 Gegner so überfordert, dass die Angriffsauslösung einem russischen Roulette für Eichelkranzpinguine glich. Unsägliche Spielzüge, technische Mängel, Missverständnisse, wie lange wollen wir die stetigen Rückschritte noch beklatschen? So geht es defintiv nicht mehr weiter.

Die Pause muss wohl etwas laut geworden sein. Nicht weil Lars geschumpfen hat, sondern weil er 3 mal erniessen musste. Aber immerhin schüttelten die Spieler kurz den Rotz aus ihrem Votz. Kornacker staubte ab, kurz darauf kam mein persönlicher Hammer: Die Jungen spielten sich durch und erziehlten mit dem schönsten SCB-Angriff seit 4 Monaten das 2:1. Brüllermüller passte auf den blutjungen Hirschhierher und der junge Bube knallte uns in Front. Und nun oha, wir schepperten sogar leicht in Richtung 2-Tore-Führung, ein paar mal fehlte gar nicht mal viel. Bis dann eben unser persönliches schwarzes Loch in den Tiefschützen Einzug hielt. In 210 Sekunden kriegten wir 3 Semmeln in unseren Brotkorb, aus der schönen Führung war ein knallharter Rückstand geworden.

Im letzten Drittel folgte dann das bekannte "wir laufen nun wie die Sau an, wissen aber gar nicht warum, und überhaupt, und ich mach noch einen Trick für die Tribüne, ach was soll ich schiessen wenn doch Ramseier Fredu an der blauen Linie noch die Nase putzt". Oder kurz: fast alles verlorene Liebesmüh. Modenbann konnten noch den Anschluss schaffen, Kornacker konnte noch den Ausgelich vergeigen, aber das war es dann auch. Den Müllofen auf das leere Tor der Ambrioten kommentiere ich mal nicht.

Also, eine weitere ungenügende Leistung. Sicher, wir ziehen im Moment der Pechmarie auch gehörig an der Arschbacke, aber trotzdem. Wie kann man in 60 Minuten keinen vernünftigen Check ansetzten? Sich fast emotionslos von den spielerisch sehr bescheidenen Leventinern abschiessen lassen? Wie gross ist die Verunsicherung in diesem Team (ungefähr so gross wie die Sonne wenn sie in 4 Milliarden Jahren aufbläht wie ein Kuhranzen nach Knoblauchwasser saufen)? Kann man dem Team nicht helfen? Was trainieren die genau? Hört dem Trainer noch jemand zu? Fragen über Fragen, Fakt ist für mich, dass wir schnurgerade in die Playouts rasen. Klar kommen die Verletzten bald zurück, aber wir haben, sind wir ehrlich, schon damals gespielt wie eine furzende Dampfhodennutte. Aber, das stimmt mich glücklich, morgen wartet mit dem EV Tram ja eine absolute Nulpentruppe, ich überzeugt dass wir nicht mehr als 21 Tore kriegen werden. Alles Kacke, wirklich alles im Moment.

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