Google+ Hardboiled SCB: 05.12.2015 HC Lugano - SC Bern 4:2

Sonntag, 6. Dezember 2015

05.12.2015 HC Lugano - SC Bern 4:2

Mein Gott ist mir immer noch schlecht. Was war denn das gestern, Herr Tuni? Ich schimpfe mit mir selber, nur damit ihr seht, dass das mir nicht egal ist, wenn ich mal nicht schreiben kann. Da fahre ich in einem Ablauf-Zug nach Davos, habe 12 Stunden nur Alkohol vor mir, komme aber dann gesittet (mehr oder weniger dank der älteren Tochter) nach Hause, schreibe trotz leichten Gehproblemen dann den Machbericht und das wars. Gestern hatte ich ein Nachbarschaftsapéro mit meinem verlederten Nachbarn, und was passiert? Ich weiss noch gerade das der Match beginnt, danach folgt ein Filmriss wie im Bilderbuch, ich mag mich noch erinnern, dass wir durch zwei ganz jämmerliche Tore ausgeglichen hatten, danach FLASH, Augen auf, warum sehe ich die Toilettenschüssel denn so nah, FLASH, huch, die ist immer noch da, wo bin ich? FLASH ich irre in der Wohnung um her, Hirn sagt "geh rechts du versoffener doofer Mann", Beine setzten den Befehl so um dass ich mit gutem Tempo den Kühlschrank ramme. FLASH. Oh, die jüngere Tochter und meine Frau helfen mir ins Bett zu steigen, ich wollte den Matchbericht wirklich noch schreiben, aber habe den PC nicht mehr gefunden. Oder sagen wir es kurz: Ich war ungefähr so drauf wie der SCB, unkonstant, die Barriere gegen unten kann immer noch hemmungslos überschritten werden und wenn es so weitergeht, komme ich und mein Verein in die Playouts.

Also, erwartet keine taktischen Analysen, uha uha uha, ich kann nur das reihern, was ich gesehen habe, das war aber nicht speziell gut. Im ersten Drittel ging die Kamera viel zu schnell hin und her, das war wohl der Grund warum mir schlecht wurde, himmelarsch war das ein hektischer Kameramann im Dattelland, Skandal. Dann ist mir aufgefallen, dass entweder kein oder dann 5 Pucks im Spiel waren, eventuell wurde mir auch wegen dem schlecht. Lugano ging in Führung, da war ich am Rauchen, Bern glich aus durch einen sagenhaft haltbaren Ofen, aber da war ich bereits leicht in den Seilen. Die erneuten Führung von Lugagel entging mir, da ich mich kurz zurückgezogen hatte weil mein Magen da schon erste sich öffnende Geräusche machte.

Im zweiten Drittel sah ich nicht mal mehr richtig bis zum TV, ich musste etwas näher ran, da wurde mir aber noch schlechter. Den Ausgleich von uns feierte ich mit Getränk auf den Boden ausleeren, nicht extra natürlich, lauthalsem Jubeln, ich fragte mich wieviel denn jetzt sei, hatte es vergessen, ein schlechtes Zeichen. Ich schaffte es aber noch knapp zur zweiten Pause. Wie der SCB hielt ich mich irgendwie im Spiel, obschon ich nicht gut war. Und wie beim SCB sollte es nun gar nicht mehr gehen.

Das letzte Drittel habe ich nur noch so im Kopf: Wo bin ich, wer klopft an meine Tür, warum ist die Schüssel nur so lieblos kalt und der obligate Satz, den man immer sagt wenn es so weit ist: "Nie mehr Alk, nie mehr, wirklich nie mehr". Ich nehme an, dass ich damit einfach gestern gemeint habe. Uha. Eben, uns schwammen die Felle durch den Lutscho Matschore See davon, keine Punkte für uns, der Strich ist wieder sehr nah, klar berücksichtige ich die vielen Verletzten, aber wir müssen noch darüber reden, die ganze Krise ist trotzdem hausgemacht und wir hätten gar nie dort hin rutschen dürfen, wo wir jetzt rumriechen.

Also, nächste Woche 2 Heimspiele gegen Bomberklubs wie erst Lausanne und dann Ambri, 6 Punkte sind nicht mal mehr ein muss sondern ein Doppelmuss. Egal wer nun alles dabei ist oder nicht, es folgen ab sofort gegen solche Gegner absolute Überlebenskämpfe, auf schönes Eishockey müssen wir diese Saison gar nicht mehr warten, es geht nur noch um Punkte. Machs wie ich, SCB, spülen, schlafen und weiter gehts. So, nehme wohl jetzt mein Morgenbier, uha uha uha, nein, schlechter Scherz, wird mir schon ab dem Gedanken speiübel. Egal, Dienstag kriegt ihr den Bericht wieder pünktlich wie die SBB!

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