Google+ Hardboiled SCB: Furzkopf der Woche - Unsere Krankenaktie

Sonntag, 6. Dezember 2015

Furzkopf der Woche - Unsere Krankenaktie

Nein, ich wähle nicht mich, klar hätte ich es verdient, da ich aber wieder fit bin wie ein Turnschuh ist das schon fast eine alte Geschichte. Es gibt aber eine Geschichte, die man nicht mehr ignorieren kann: Unsere Krankenaktie. Für mich der ganz klare Furzkopf der Woche, sowas kann man ja als normaler Fan gar nicht mehr anschauen. Im Moment ist der halbe spielberechtigte Kader verletzt. Das ist mal das eine. Dazu kommen unglaublich langwierige Verletzungen, die Hirnerschütterungen lassen grüssen. Ist das alles Zufall oder doch nicht? Warum erwischt es uns so hart? Irgendwie habe ich gelesen, dass am letzten Wochenende 50 Spieler nicht eingesetzt werden konnten. Was läuft da krumm? Ich habe da für unseren Lieblingsverein so meine eigene Theorie. Wenn Euch die Theorie nicht gefällt, dann könnt ihr laut rausschreien "Tuni Du Furzkopf", dann käme ich ja auch noch zum Handkuss ...!

Also. Hockey ist schnell geworden, sehr schnell, mit der Aufhebung des Zwei-Linien-Passes wurde das Tempo noch beschleunigt. Die Spieler sind trainierter, haben mehr Speed als früher. Das ist der nächste Fakt. Dann die zum Teil brutal mit Beton verankerten Banden, da wären ja schon lange etwas fexiblere Lösungen auf dem Markt. Gleichzeitig muss man dann auch sagen, dass nach wie vor Schweizer Spieler im Austeilen ganz gut sind, im Check fressen aber nach wie vor auf Juniorenstufe sind. Aber das sind nun mal die allgemeinen Voraussetzungen.

Also, woran liegt es dann zusätzlich, dass wir so geplagt werden? Also, für mich persönlich hängt es auch mit dem Alter zusammen. Je Älter Du wirst, desto eher kann das Hirn Wirkung zeigen, da es schon über Jahrzehnte durchgehudelt wurde. Wer in seiner Karriere schon 4 oder 5 Hirnerschütterungen gehabt hat, kann im Prinzip nur noch auf die nächste warten, die kommt bestimmt. Lassen wir das mal so stehen. Dazu kommt ein weiterer Punkt: unser wohl fast einmaliges Murkshockey provoziert neben langweiligen Spielen dann halt auch, dass man sich dauernd, bei jedem Einsatz den Checks des Gegners massiv aussetzen muss. An der Bande knallts, mal einen in den Rücken, mal die Rübe am Plexi anschlagen. Bei uns waren die Hirnerschütterungen kaum mal durch einen Check passiert, den man wahrgenommen hat. Dauernde Erhudelung kann diese doofe Verletzungen eben auch hervorrufen.

Dann, das ist für mich jetzt ein ganz gewichtiger Punkt: Kein Mensch hat mehr Angst vom SCB. Bei uns werden sogar Raubeine zu braven Charakterspielern gemacht. Folglich kann man uns ummähen ohne Ende, es passiert ja eh nichts wenn wir Gegner sind. Ich habe das unzählige Male beobachtet, sogar bei Attacken auf den Torhüter stehen wir unerträglich passiv da. Klar, bei unseren Schiris ist es halt schwierig wenn man keine Unterzahl riskieren will. Meistens pfeifen die so, dass sie das erste Foul kläglich übersehen, die Revanche aber dann mit erhobenem Wichtigtukopf bestrafen. Trotzdem, wir laden den Gegner ein, uns zu sticheln. Wo sind die Haudegen? Früher war es doch unvorstellbar, das ein Gegner uns körperlich provozieren konnte. Ein Rexi war klein, leicht und genial, wehe Dir wenn ein Gegner auch nur auf die Idee kam, den zu foulen. Unsere #14, Res Fadegrad Beutler, hat sich die Nummer gemerkt und beim nächsten Einsatz trugen sie den Sürmel ab dem Eis. Oder damals der Alan, unsere #15. Unvergessen, als Brodmann oder wie der hiess unseren Toto provozierte. Mein Gott hat Alan den verklopft. Aber wisst ihr was: wir haben zwar für das Strafen gefressen, aber der Brodmann hat nachher NIE mehr auch nur ein böses Wort zu Tosio gesagt, im Gegenteil, einmal musste Tosio niesen, Brodmann hat ihm mit den Fingern die Rotze vom Gitter geputzt und sich noch bedankt dass er putzen durfte.

Warum kann ein Jagr mit bald 100 noch in der NHL spielen? Weil kein kleiner riechender Nobody es riskieren würde, den mit einem Crosscheck ins Land der Träume zu schicken. Weil der kleine stinkende Nobody dann erst in 6 Monaten wieder feste Nahrung zu sich nehmen könnte. Schiris im Eishockey pfeifen die Regeln, aber nach wie vor liegt es an den Spielern, gewisse interne Regeln einzuhalten. Aber bei uns wüsste ich gar nicht, wer das Zeugs dazu hätte. Packen wir nur kurz den Hammer aus, dann boxt es und wir kriegen ja meistens noch auf die Nuss.

Für mich ist das ebenfalls ein Punkt, den man in den letzten Jahren vergessen hat. Wir sind zu einer enorm fairen Mannschaft abgesüdert, die ihre Strafen durch Halten oder unkorrekten Spielerwechsel holt. Charakterspieler sind gut, aber bei uns ist es die Mischung die nicht funktioniert. Alle haben Charakter und kämpfen, alle sind Sportsmänner, Du brauchst aber die Bösen ebenso. Aber kaum sind bei uns eine Spur Emotionen da, kommt es mir vor als wenn auf der Bank sofort Valium gespritzt wird. Wir sind wirklich keine grossen bösen Bären mehr, wir sind gut ausgebildete Vorzeigebären die in der Freizeit junge Iltise retten und den Honig nicht mehr fressen weil uns die Bienen leid tun. Bums!

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