Google+ Hardboiled SCB: 18.02.2017 SCL Tigers - SC Bern 2:4

Samstag, 18. Februar 2017

18.02.2017 SCL Tigers - SC Bern 2:4

Seht ihr, wir konnten es nicht verhindern. Durch unseren 4:2-Sieg im Tal der heulenden Rinder erreichten die Tigers ihr grosses Saisonziel: die Playouts. Die Nacht wird lang werden in Langnau, sämtliche Beizen haben eine Freinacht angekündigt, dem Ehlers Heinz, Schweinsmocken von Beruf, wird noch im Anschluss an die Festlichkeiten ein neuer 11-Jahresvertrag hingelegt. "Wenn Playout, dann bitte erst kurz vor Schluss der Quali" war auch den Tenor der Fans. "Und wenn es geht noch durch den stolzen SC Bern, der ja 14-facher Meister ist" meinte Gurtner Josef, der urichge Emmentaler. Tja, unser Sieg rückt da schon etwas in den Hintergrund, wen interessiert es noch, dass wir die 100-Punktemarke so eben überschossen haben? Man versteht hier in Langnau sein eigenes Wort nicht mehr, der Jubel über das erneute Erreichen der umkämpften Playouts kennt keine Grenzen. Wildfremde Menschen stecken sich die Zunge in den Hals und weinen danach, nicht wegen der pelzigen Zunge des Gegenübers, sondern weil die Gefühle "Playout 2017" nun halt einfach ihren Tribut zollen.

Wir konnten die Basis zu diesem ersten Erfolg im Emmental seit gefühlten 300 Jahren nicht im ersten Drittel legen. Nicht das wir schlecht spielten, aber die Tiger wollten ihre letzte Chance wahrnehmen. Ihr merkt, ich habe den Ironie-Modus kurz abgedreht. Erfreulich war, dass wir auch mal in Führung gehen konnten. Der Gewinneron schoss im Powerplay wieder herrlich aus dem Handgelenk in den Angel, der Tschatscho hatte keine Chance. Oft hatten wir es im Griff, um dann aber gleich wieder für Panik zu sorgen, weil man den Tigern eine Chance angeboten hatte. Wir festigten uns wieder und konterten nun fleissiger. Da wurde Marco die Mühle geschickt, der junge kline Saubub schoss herrlich aber haltbar in den Angel, das 2:0 war da. Grosses Kino, Marco! Die Führung nach 20 Minuten ging sicher in Ordnung. Ich traf den oben erwähnten Gurtner Josef dann in der Drittelspause, er war aber nicht sehr gesprächig. Er wurde ja in Langnau "Fan des Jahres 2017" in einem knallharten Wettbewerb. Die Teilnehmer mussten 3 Spieler des aktuellen Kaders benennen. Nach fast 3 Stunden hatte es Gurtner Josef geschafft. Ich gratulierte ihm natürlich.

Wumm. Das zweite Drittel begann so, wie kein Drittel beginnen sollte. Es war kaum angespielt, wir waren noch zu viert auf dem Eis, da war der Ausgleich bereits Tatsache. Was für ein unhuren Faden da hinter Leo einschlug, beeindruckend. Danach waren die Tiger im leichten Aufwind, klar doch, nur noch ein Tor Differenz, bei 2 minus 0 haben sie Probleme mit Kopfrechnen, 2 minus 1 begreifen sie sofort, "nur noch ein Tor ugah ugah" rattert es in ihren Gehirnen. Nun reagierten wir aber gut auf die Situation. Wir pressten wie eine Hebamme beim Geburtstraining und konnten nach einer herrlichen Kombination 7 Minuten später erneut durch Müller das 3:1 erzielen. Genoni holte sich da scheinbar einen Assist, unglaublich, ich prüfe das noch nach, sicher ist aber dass unser Ehebett beim 3:1 bereits den dritten Assist aufschreiben konnte. Er kommt in Playoffstimmung! Aber die Party war nun angeteiget worden, umsomehr als Plüsch Ferdu mit einem herrlichen aber haltbaren Angeltreffer dann auch noch gleich das 4:1 auf die Anzeigetafel montierte. Gut reagiert, Jungs!

Das letzte Drittel war dann ein Grillenzirpen für Schmeissfliegen. Die Berner Kurve feierte laut und geil, Grunder Josef frage mich entsetzt "warum feiern die, ihr kommt ja jetzt in die doofen Playoffs, nicht?". Uha. Egal. Grunder Fritz halt. Wir liessen es nur noch einmal kurz anbrennen, die Tiger konnten noch zum 2:4 verkürzen, aber das wars dann. Ein Sieg im Emmental ist selten, also geniessen wir es.

Auf eine Art habe ich Mitleid mit den Tigers. Nicht mit Tränen und so, nein nein. Ihr Sportchef vertraut 2 Torhütern, die vorher niemand auf der Rechung hatte, die aber gut spielen. Die Ausländer sind ebenfalls sehenswert. Die Schweizer Spieler auch. Aber wieso um Gottes Willen kam man auf diese unsägliche Idee mit dem Clown aus Olten an der Bande? Und warum liess man den so lange wursten? Das sind selberverschuldete Playouts, liebe Langnauer. Aber ich weiss, dass ihr es dem Team verzeiht und weiterhin mit Eurer unglaublichen Treue für eine geile Atmosphäre sorgen werdet. Egal wie die Saison noch endet. Und ich schwöre Euch, dass ich mit Euch feiere, wenn ihr den Ligaerhalt schwarz auf weiss habt. Langnau gehört in die NLA, basta.

Ach, noch was: Es gab oder gibt doch da einen Verteidiger in Trottelfon mit der #27, GibmirRath oder so. Der uns ja letzte Saison ins Playout bomben wollte. Uha, wir wurden ja dann Meister. Egal. Wir haben ihm quasi nun eine Anleitung geliefert, wie man das genau macht. Gestern Kloten, heute die Tigers. Hoffentlich liest im das Muddi vor, damit wir ihm vom SCB einen Rath geb.

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