Google+ Hardboiled SCB: 29.11.2016 HC Ambri Piotta - SC Bern 6:3

Dienstag, 29. November 2016

29.11.2016 HC Ambri Piotta - SC Bern 6:3

Nein, so richtig verbissen wollten wir dieses Spiel scheinbar nicht gewinnen. Das hat nichts mit dem Einsatz von Greenhorn Aebi im Kasten zu tun, damit meine ich die Art und Weise, wie wir das Spiel angegangen sind. Dreimal gingen wir in Führung, relativ locker, kassierten jedesmal den Ausgleich und gingen dann in eine legendär schlechten Schlussdrittel mit 4:0 ins Gotthardloch. Der 6:3-Sieg von Ambri war verdient, weil die Risottos um jeden Preis gewinnen mussten und viel mehr für den Sieg taten als wir. Dank unserer Nonchalance wird der Strichkampf nun immer brutaler. Da sind wir zum Glück weit weg davon. Entscheidend war, dass wir bis Ende des zweiten Drittels immer locker in Führung gehen konnten, dann aber bei der erstmaligen Ambri-Führung von den Emotionen der Polenta richtig überfahren wurden. 6 Gegentore gegen den Tabellenletzten sagen genug, dieser 29. November 2016 habe ich bereits aus meinem attraktiven Gehirn gestrichen. Erneut muss ich sagen: Maul abwischen und weiter gehts.

Ambri war von der Tabellenlage her unter Druck und kriegte gleich zu Beginn einen Ehebett-Ofen in die Krätze. Ein Schock für die Plankoblöds oder wie sie heissen. Eigentlich hätten wir da nachdoppeln müssen, aber ein doofer Gegentreffer brachte Ambri wieder auf die Bahn, die wir dann durch Moser der Du bist gleich wieder mit dem 2:1 zerstörten. Danach schrammte Trüffelnacht einen an das gefrorene Gestänge, das hätte eventuell das Spiel verändert. Solange Ambri eine Chance sieht, bleiben sie dran, das Team will die Kurve singen hören, ihr kennt ja das Kult-Lied "La Montagazza", das die Tifosis heissblütig singen wenn sie gewonnen haben und dazu ein Damien Brunner-Shirt schwenken. Das Drittel ging an uns, bei uns fiel Massenhauer noch aus, aber das war nicht entscheidend für meine Sorgen. Mir machte Sorgen, dass man scheinbar unbedingt das "Tor des Tages" erzielen wollte und für meine Begriffe vieeeeeeel zu verspielt agierte. Da war nicht mehr dieser unbändige Druck aufs Tor. Aber egal, man führte ja.

Im zweiten Drittel änderte sich nicht viel am Spiel, wohl aber die Schiris. Scheinbar wirkte der Grappa bei Kurmann und Fischer nun doch gröber, auch wenn sie ihn als Einlauf ins Füdi genommen hatten. Der erste annulierte Treffer von Ambri war klar, da war das Spiel abgepfiffen, zu früh zwar, aber Pfiff ist Pfiff. Als dann der aarige Ambri-Finne erneut den vermeintlichen Ausgleich erzielte, gaben die beiden Lustgurken dann den Treffer nicht, weil sie eine Strafe gegen Ambri angezeigt hatten. Trotz Wiederholung und extrem gut hinschauen sah man alleridings rein gar nix. Ich habe danach den Kurmann angerufen, scheinbar hatte der Ambri-Spieler den Puck geduzt, was natürlich gar nicht geht. OK, 2 Treffer nicht gegeben, die Wallascha heulte und schmiss alles auf Eis, was man werfen konnte, Brillen, Handys, dicke Italienerinnen, es war krass. Danach folgten herrliche Kompensationsentscheide der beiden Zebras, man wollte doch nicht wieder ein verbeultes Auto mit Gagel auf der Kühlerhaube. Der Ausgleich kam ja dann troztdem noch, den wir aber nur Sekunden später mit dem zweiten Ehebett-Tor gleich wieder gerade rückten. Mit einer 3:2-Führung gingen wir in die Pause.

Das letzte Drittel war dann eben ein Fiasko. Anstatt entschlossen die Entscheidung zu suchen, versuchte man mit russischen Kombinationen irgendwas zu spielen, was nicht zu uns passt. Ambri spürte, dass wir nicht so tierisch ernst drauf waren, nutzte die Gunst der Stunde und löffelte uns 4 Tore rein. 2 kriegte Aebi, danach kam Leo, der kriegte noch einen und dann, wie meistens, steckten wir noch einen Leernetzer ein. Das spielte keine Rolle mehr. Im Stadion blieb es erstaunlich still, weil inzwischen 80 Prozent der Zuschauer mit eingefrorenen Gliedern im Spital Bellinzona lagen und dort mit lauwarmer Bouillon die Nüsse gewärmt kriegten.

OK, ich gebe es zu: Steht man hoch oben in der Tabelle, sind einem Dienstagsspiele im Loch Ambri so ziemlich egal. Klar hofft man auf einen Sieg, aber wenn es nicht klappt kann man trotzdem schlafen. Allerdings muss bei uns schon langsam wieder besseres Hockey kommen. Im Moment bin ich nicht zufrieden, weil wir irgendwie den Zug und die Intensität auf Sparflamme halten. OK, man muss sich nicht mehr auskotzen wie wenn man um den Strich rumbumst, aber die Betriebstemperatur muss man trotzdem erreichen. Am Freitag gegen Rotkopfschredder muss es viel intensiver werden.

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