Google+ Hardboiled SCB: 08.11.2016 CHL: JYP Jyväskylä - SC Bern 3:3

Dienstag, 8. November 2016

08.11.2016 CHL: JYP Jyväskylä - SC Bern 3:3

Ist das nicht sensationell? Ist das nicht geil? Da stehen wir also plötzlich unter den besten 8 Mannschaften von Europa, mal mit Ausnahme der unsäglichen KHL. Endlich wird dieses Schaufenster von uns genutzt, um zu zeigen, was wir sind: ein unheimlich toller Eishockeyverein, der scheinbar dank unseren Finnen Neinonen und Tonne Ville nun auch die Leistungen auf dem internationalen Parkett zeigen kann. Vielleicht sollte sich der Mannschaftsversenker Patrick Fischer mal ein paar Lehrstunden ins Hirn ziehen. Abgesehen vom ersten Drittel im Hinspiel, das grauenhaft in die Hosen ging, waren wir mit Herz und Verstand unterwegs. Der Lohn ist der verdiente Einzug in die nächste Runde.

Also, überrant wurden wir nicht mehr im finnischen Eisschrank. Von Beginn an spielten wir keck mit, schirmten hinten gut ab und nutzten die sich bietenden Angriffschancen. Die Finnen schossen zwar mehr, aber wenn man Leo drin hat, muss man sich nicht mehr unbedingt in jeden Schuss werfen. Eine herrliche Kombination brachte uns dann sogar die Führung, als der Randensalat dem finnischen Maskenkopf einen zwischen den Nüssen ins Netz ballerte. Einziges Manko in diesem Drittel: Unser Powerplay, 3 x in Überzahl und irgendwie hatte ich fast mehr Angst vor einem Shorthander ...

Im zweiten Drittel gab es dann ab und zu die gefürchteten Druckphasen der Finnen. Was gefährlich wurde, entschärfte unser Hexer souverän. Gleichzeitig frassen wir nun auch Strafen, aber eben, die Wand im Tor machte mich sehr froh. Alles abgelesen. Wie ein Pflaumenpfücker aus dem Elsass. Schwupp und Pflaume im Handschuh. Geil. Die Finnen schwitzten nun auch psychisch stark, wie wenn sie eine Sauna in der Glocke montiert hätten. Die Felle drohten nach 40 Minuten und einem 0:1-Rückstand davonzuschwimmen.

Das letzte Drittel hatte es dann in sich. Da gab es Tore am laufeneden Band, was dann noch etwas erstaunte. Aber sie waren zum Glück gut verteilt. Es vergassen die Fische unseren Laschen vor dem Tor, er dribbelte wie im Strassenhockey und versenkte eiskalt zum 2:0. Ich tobte. Aber es war noch nicht alles. Denn nun rannten die Finnen, als ob sie einen Schweden küssen müssten. Auf Gedeih und Verderben. 2 herrliche Tore brachten sie zum Ausgleich und das zittern konnte beginnen. Aber zum Glück hatte ihr Goalie ein Einsehen und versemmelte die Scheibe wie ein Emmentaler Holzhacker, unser Ehebett schoss uns wieder in Front. Das war es aber immer noch nicht. Die Finnen waren dann bald mal ohne Torhüter, weil wir einen Strafe kriegten, da Trüffelnacht das einzig richtige gemacht hat: nach einem eher groben Check gegen den Alkoholbeller rächte er sich. Gut so. Schlecht, dass nur er auf die Strafbank musste. Doch dann konnte der Alkoholbeller (ein Leser hat mir einen neuen Namen für ihn vorgeschlagen: Akrobat Bello, dieser Name kommt sicher mal, wenn er denn die gleich beschriebenen Szene nicht mehr bietet) alleine auf das leere Tor laufen, schoss und schoss nicht, als der dann abdrückte war ein finnischer Fisch noch leicht dran und unser Manndli verfehlte die leere Krätze. So ein Gagel! Vor allem, wenn dann noch der Ausgleich fällt. Leichtes Fluchen auf meinen vollen Lippen. Aber die Zeit reichte nicht mehr.

So, fliegt heim Buben, ab morgen gibts nur noch die Zielsetzung "dem EV Tram die Schienen in den Hintern murksen". Die Leistungen in der CHL machen mich als leidenschaftlicher heissblütiger fanatischer Anhänger einfach sehr stolz, das sollt ihr wissen! 

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