Google+ Hardboiled SCB: 16.11.2016 SC Bern - HC Fribourg-Gottéron 3:2

Dienstag, 15. November 2016

16.11.2016 SC Bern - HC Fribourg-Gottéron 3:2

Mein Gott, wir bumsen die Liga aber gewaltig. Erneut siegen wir, mit 3:2 ähnlich knapp wie gegen die Lugagler (2:1), aber es gab einen Unterschied heute: Gegen Lugano war Druck und Pressing und Entschlossenheit da, heute war es für mich viel zu verspielt und massiv zu nett. Eigentlich boten wir den Hutzenbröhnen die Hand für einen Punktgewinn, aber die Kranichärsche wollen scheinbar unsere Geschenke nicht. Wie unhöflich! Es war ein gefälliges Spielchen, das lange Zeit fast auf einem "Küss mich, ich bin Hans und ich liebe Vollbärte"-Niveau war. Erst als Trottelfon im letzten Drittel plötzlich führte, kam unser Betriebsmodus. Wir drehten ein Spiel, dass dann eben doch zeigte, wieso Gottéron erneut die Playouts küssen könnte.

Im ersten Abschnitt fehlte mir vieles. Wir checkten sanft vor wie Wattebällchen, wir versuchten die verrücktesten Kombinationen und spielten wie ein kleines herziges Kind: total niedlich und Hauptsache wir haben Spass daran. Es gab Ansätze die gut waren, aber es fehlte mir dieses "wir nageln noch einen"-Gen. Für das Auge war es nicht schlimm zum Anschauen, wenn man denn auf solche Spiele steht. Aber mir schwante da schon Böses, weil Gottéron-Trottelfon einen Tick agressiver agierte, energischer forecheckte und nur wenige kritische Momente zu überstehen hatte. Allerdings, dass muss gesagt sein, zeigten die Westmenschen in der Offensive noch weniger als wir. Das 0:0 nach einem Drittel kennen wir ja inzwischen, nach so vielen Siegen in Serie war man nicht beunruhigt.

Im zweiten Drittel ging es ähnlich weiter. Allerdings schlichen sich bei uns jetzt noch Fehlpässe im eigenen Drittel ein, so dass es nun ab und zu brandgefährlich vor Leo wurde. Das Toreschiessen wurde uns in einem Powerplay ermöglicht, das allerdings mit einem Powerplay nichts zu tun hatte. Wir gurkten in gewohnter Manier herum, mussten nach einem verloreren Puck wieder von hinten beginnen (tönt vulgär, ist aber so), da lanciert unsere Blume die Hodenfrau herrlich, alleine vor dem Tor gab es nur eine Sieger. 1:0 und alles wird gut? Nein, die Fickburger glichen nur eine Minute später durch einen Zufallsofen sofort wieder aus. Nach 40 Minuten war man auf dem unsäglichen 1:1 geblieben. Nicht unverdient, dass muss sogar ich als fanatischer "gebt-Fribourg-keine-Chance-dafür-Duschgel"-Anhänger sagen.

Der letzte Abschnitt sollte dann die lange vermisste Dramatik bringen. Es begann mit einem Schock, weil der ultimative Playoutbomber der Nation, Rathgeb, uns tatsächlich in Rückstand brachte. Das 1:2 auf der Resultatstafel wirkte wie ein scheissendes Kalb. Ich war nun leicht angesäuert, merkte nun aber, dass das Team zu seckeln begann. Der Druck wurde erhöht, in jeder Situation, und 10 Minuten vor Schluss glich die Trüffelnacht aus. Ein herrlicher Ofen. Aufgrund dieses Spielstandes wurde nun endlich packendes Eishockey geboten. Da versiebte der Schüschu völlig freistehend die erneute Führung, weil ihm kurz vor dem Schuss ein Fingernagel angerissen war und er sich weinend auswechseln liess. Wir semmelten auch den vermeindtlichen Siegestreffer in den Ranzenhals von Conz. Aber dann lief 2 Minuten vor Schluss erneut Trüffelnacht durch und servierte herrlich auf Moser der Du bist, der schoss direkt und herrlich das 3:2. Nun jubelte ich wie ein Rentier mit Schamrasur. Wir holten diesen Sieg, obschon es mir eben zu wenig intesiv war. Aber das zeichnet eben Spitzenteams aus. Geilo, Jungs!

OK, die 3 Punkte sind geil, nicht weil wir sie brauchen, aber wir haben Trottelfon eine leere Schachtel mit auf den Heimweg gegeben, das macht gute Laune. Aber, sind wir ehrlich, am Freitag gegen Genf müssen wir unsere Hosen gut durchlüften. Es war heute ein Anflug von "es geht dann schon irgendwie" zu spüren, das müssen wir gleich wieder abstellen. Auch als Spitzenklub muss man hart arbeiten, um "kleinere" Gegner zu vernieten. Heute waren es 3 Punkte und ein leicht blaues Auge. Aber Neinonen wird buddhamässig das Team wieder auf den Boden holen!

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