Google+ Hardboiled SCB: 01.11.2016 CHL: SC Bern - JYP Jyväskylä 3:2

Dienstag, 1. November 2016

01.11.2016 CHL: SC Bern - JYP Jyväskylä 3:2

Ich habe weder Lust, diesen mittelfinnischen Klubnamen viel zu schreiben, noch irgendeinen finnischen Spieler hier zu erwähnen, da mir sonst entweder die Tastatur abstirbt oder ich mir einen Finger breche. Einigen wir uns doch darauf, dass ich ihnen einfach "die Finnen" sage. Ist das OK für Euch? Danke! Also, nach 5 Minuten hätte wohl niemand mehr einen Pfifferling auf unsere Jungs gesetzt. Die Finnen überrannten uns auf fast unglaubliche Weise und zogen uns da schon fast den Stecker raus und führten früh mit 2:0. Doch dann kam in diesem Spiel die Wende, wie sie die 1800-jährige Geschichte der dauerausverkauften CHL wohl noch selten erlebt hat. Plötzlich waren wir da und schlugen innert Minuten zurück und kratzten uns dieses Spiel mit 3:2. Somit reicht uns ein Unentschieden bereits für den Einzug in die nächste Runde.

Der Start war wirklich käsig von uns. Als ob wir Steigfelle an den Kufen montiert gehabt hätten. Die Finnen wirkten doppelt so schnell, doppelt so gross und doppelt so schwer wie unsere Jungs. Wir sahen keine Scheibe, wurden im Drittel eingeschnürt wie ein Bondage-Tussi in Japan. Der Schiri, wohl noch verschwitzt von der Hotelsauna, pfiff dann noch 2 sehr harte Strafen gegen uns, die von den Finnen sofort zur 2:0-Führung genutzt wurden. Was für ein Kackstart. Viel besser wurde es nicht mehr in diesem Drittel, da wir nicht einen Millimeter Platz kriegten. Kam ein Pass mal an, war er dann an der Schaufel von Mister Ratlos. Erst in den letzten 5 Minuten ging es a bisserl besser, weil unsere Kampfmaschinen nun langsam warm gelaufen waren. Da hatten dann auch sogar wir sowas wie Torchancen. Aber nur kurz.

Das zweite Drittel steht dann eben für den sensationellen Umschwung, den dieses Spiel erlebte. Man hatte immer noch das Gefühl, dass die Finnen alles im Griff hatten. Aber dann kam halt die typisch finnische Schwäche wieder zum Vorschein: einfach mal den Sack zumachen können die fast nirgends, nur wenn sie in der Sauna sitzen haben sie es wirklich im Griff, ab und zu halt auch den schwitzenden Mümmel. Plötzlich hatten wir mehr Platz, plötzlich ging ein Ruck durch unser Team, weil man die Chance quasi roch. Dann setzte sich der Lasche sensationell durch und verkürzte Backhand zum 1:2, danach war nichts mehr von Überfinnen zu sehen. Sekunden später gleicht Rüfi mit einem herrlichen Stecherofen aus, siehe da, die Stimmung war wieder in der Arena. Kurz darauf verwerteten wir durch den Alkoholbeller noch ein Powerplay, wow, 3:2 in Front und eigentlich wusste man gar nicht so richtig, warum das geschah. 

Das letzte Drittel war dann aarig wi ne more. Es schien fast, als ob beide Teams mit dem Resultat leben könnten. Klar, die Finnen spekulieren auf einen 2-Tore-Sieg im eigenen kleinen doofen Stadion wo vor dem Spiel alle in Bademäntel rummümmeln weil sie vorher noch die Sauna geschändet haben. Wir wollten den Sieg in Bern behalten und boten den Finnen nun einfach Paroli. Es hätte noch hüben und drüben einschlagen können, aber es blieb beim schlussendlich für uns wichtigen Sieg.

Also, trotz massiver Startprobleme darf man doch folgendes festhalten: Bei 5:5-Spieler auf dem Eis haben die Finnen genau gar nichts hingebracht. Die 2 Powerplaytore kamen, als wir noch nicht wach waren. Bei uns war die Moral unbeschreiblich herrlich. Wenn man so ein Spiel noch dreht, dann stimmt es im Team. Freuen wir uns ab diesem Sieg, das Rückspiel wird schwer genug werden. 

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