Google+ Hardboiled SCB: 05.02.2016 SC Bern - HC Fribourg-Gottéron 0:4

Freitag, 5. Februar 2016

05.02.2016 SC Bern - HC Fribourg-Gottéron 0:4

Was für eine Klatsche haben wir denn da heute aufs Maul gekriegt? Als ob uns ein Schwergewichtsboxer auf unsere Nüsse geschlagen hat - mit einem Hufeisen im Handschuh. Mein Gott. Man kann gegen Gottéron verlieren, kein Problem, man kann aber so eine Leistung in so einem kapitalem Match nicht zeigen. Ich mag auch gar nicht darüber reden, dass die ersten 10 Minuten gut waren, diese 10 Minuten kann dort reinschieben wo es finster wird. Nach der Führung der Fribourger, wie meistens aus heiterem Himmel, waren wir 50 Minuten lang nicht in der Lage, Druck zu generieren, Emotionen zu schüren, und am Schlimmsten: Ein Tor zu schiessen. Rattenscheisse war das. OK, wir haben in dieser Saison schon mehr abgelutscht als eine Hafenhure aus Bremen, aber was mir heute sämtliche Alarmglocken in AC/DC-Lautstärke durch meine Ohren bimmeln liess: zum ersten Mal in dieser Saison zeigten wir Zerfallerscheinungen, im letzten Drittel merkte man den Spielern quasi den Anschiss regelrecht an. Widerstandslos liess man sich von Trottelfon abschiessen, es war ein Rückschritt in ganz bittere Zeiten, die ja aber ehrlich gesagt erst vor ungefähr 2 Wochen etwas überwunden wurden. Ich sah Einzelkämpfer die nicht in der Lage waren, für den Kameraden nebendran in die Bresche zu springen, ich sah ein grauenhaftes Scheisspowerplay, ich sah ein Boxplay das uns in Rückstand brachte weil 4 Mann sich nicht an die Grundregeln des Eishockeys gehalten haben. Eine grässliche Vorstellung war das. Schlimm. Eine Ohrfeige. Die Playoffs sind so in weiter Ferne, noch haben wir das Glück das sie hinter uns auch ablosen, aber das wird sich ändern und dann gute Nacht!

Also, eine gut gefüllte Halle, nicht ausverkauft, am Schluss muss man sagen: zum Glück, denn so können sich die 400, die nicht kamen, das Geld auf den Tresen legen und dafür Bier saufen, es ist die bessere Idee gewesen. Da beginnen wir ja mal gar nicht soooo schlecht, kreieren ein paar Chancen, der Mann ohne Hals konnte sich aber erfolgreich dagegen wehren. Eigentlich hatten wir Hutzenbrohn im Griff, kriegten dann mal eine Strafe, das kann es geben. Gottéron machte zum ersten Mal Druck, sie spielten den Schüschu frei, und es ist halt so: wenn der im Slot frei zum Schuss kommt, dann geht es bei ihm halt anders als bei uns. Herrlich wie der die schwarze Gummisau in das Netz knallte. OK, wir waren in Rückstand, egal, weiter gehts ...? Hallo?? Ich sagte: weiter gehts?? Nichts da. Der Spielfluss entwickelte sich zum Weissfluss, der Pilzrisotto mutierte zum Scheidenpilz. Plötzlich war fast alles weg, was vorher noch da war. Immerhin war man da noch bemüht, aber das Drittel ging seltsamerweise an Gottéron.

Das zweite Drittel brachte mich dann soweit, dass ich mir Asche auf die Rübe zu streuen begann. Was für ein garstiges und unhygienisches Gekratze von uns. Wie 3-jährige die das erste mal mit Messer und Gabel diese Scheisserbsen essen sollen, die dann immer runterfallen ab der blöden Gabel. Es war wie in der tiefsten Finsterniss, keinen Deut besser als damals, als wir 3'000 Spiele in Serie verloren. Planlos, hobbylos, unterhosenlos, nusslos, sacklos, penislos. Wir spielten wie eine Stubenfliege, die auch nach 300'000 Versuchen nicht gemerkt hat, dass vor ihr eine Scheibe ist und nicht die Freiheit. Katastrophal. Gottéron erhöhte auch wieder nicht zwingend auf 2:0, von da an war alles im Arsch. Unser Plattfuss war nun bereits auf den Felgen, unser Insektenhockey hätte uns auch nach 300 gespielten Dritteln keinen Ofen gebracht.

Über das letzte Drittel möchte ich eigentlich schweigen. Aber ich kann nicht. Unser Plattfuss begann sich nun eben noch aufzulösen, die Mannschaft liess sich hängen. Versteht mich nicht falsch, jeder hat geschwitzt und gekämpft ... aber die Körpersprache sagte: wir haben aufgegeben. Und das merkte jeder im Stadion. Erneut der springige Sprunger und dann noch einen Emptynetter, das 0:4 war eine der brutalsten Klatschen die ich je erlebt habe.

Der schlimmste aller Fälle ist eingetreten: Wir haben, obschon es in den letzten Spielen eine deutliche Steigerung gab, nun wieder 5 Schritte zurück gemacht. Das darf Dir in dieser Situation nicht passieren, das ist quasi der Untergang. Wenn Du Deinen Level verlierst wie ein 9.-Klässler nach 3 Bier, dann bist Du entweder nicht bereit für dieses Spiel gewesen oder nicht richtig eingestellt worden. Warum und wieso - ich kann es nicht beantworten. Wir sind das verrecktere Rätsel als ein Sudoku mit 121'000 Feldern. Unser Zustand? Wir sind wie ein Schiff mit einem Steuermann, die mit 50 Knoten auf einen Eisberg zudonnern, alle sehen, dass es krachen wird, aber niemand ist in der Lage, das entscheidende Ausweichmanöver einzuleiten. Weder auf dem Eis, noch von der Bande. Ganz kläglich! Schauen wir jetzt einfach zu wie wir ins Elend rutschen? Das Spiel heute hat mir die leichte Hoffnung fast geraubt ...! Sagenhafte Scheisse!

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