Google+ Hardboiled SCB: Furzkopf der Woche - Der Chancentod

Sonntag, 10. Januar 2016

Furzkopf der Woche - Der Chancentod

Wir alle kennen diesen unsäglichen Ausdruck. Ganz schlecht ist es, wenn ein Spieler mit diesem Übernamen bestückt wird, seine Karriere wird so eventuell sogar ins Stocken kommen. Oder in Socken kommen? Nein, die zieht man vorher aus. Egal. Also, Chancentod bedeutet ja, dass man eine Torchance tötet, d.h. man trifft entweder die leere Krätze nicht, oder schiesst dem Torhüter aus toller Position in den Ranzen, eventuell trifft man nur den Pfosten oder scheitert solo vor dem gegnerischen Hüter. Bei uns nehme ich jetzt effektiv keinen Spieler, das wäre nicht richtig, aber ich nehme das Team als Ganzes.

Es ist oftmals zum Verzweifeln, wenn man anrennt und dann die sogenannten 100%-igen nicht verwerten kann. Bei uns nimmt es aber schon fast krasse Formen an. Wer die letzten 15 Minuten gegen die unsäglichen Senfer gesehen hat, weiss wovon ich spreche. Ich bin überzeugt, dass man solche Chancen im Training oft mit geschlossenen Augen macht, dazu noch ein Jogurth fressend und nur mit der Glocke bekleidet. Es war nicht mehr zum Aushalten, Pfosten, 3 mal alleine vor dem Tor, ab der blauen Linie wohlgemerkt, dann Scheiben die 3 mm am Stock vorbei rutschen ... es reisst Dich vom Sitz und Du kannst es kaum fassen.

Tatsache ist halt, dass man genau aus dem Grund am Strich rumgurkt, es ist ein Teufelskreis. Würde man solche Öfen schreiben, dann wäre man auch nicht am oder unter dem Strich. Die Chancenauswertung klappt meistens am Besten, wenn Du in der Rangliste ganz oben stehst, es eigentlich egal wäre ob Du dieses Spiel gewinnst oder verlierst. Der Druck des Versagens lastet da nicht auf den zittrigen eingefetteten Fingerli. Da kannst Du sicher sein. Wisst ihr noch letzte Saison als der kline kline Pertschi alleine auf das Kloten-Tor gerast ist und den Ersatzgoalie mit einem Sichselberzwischenbeinschuss erwischt hat? Kunst pur! Was würde passieren, wenn wir das jetzt versuchen würden? Der Spieler hätte danach einen Wadenbeinbruch, 5 Minuten und Spieldauerstrafe weil er den Goalie K.O. gerammt hat und das Spiel wäre trotzdem verloren. Wenn es nicht läuft, dann läuft es halt nirgends.

Positiv war sicher, dass wir uns mit unbändigem Kampf nochmals in dieses Spiel bringen konnten, nach dem 1:3 hätte ich viel gezahlt, um wenigstens einen Punkt zu ergattern. Das Happy End kam nicht, aber das letzte Drittel muss einem Mut machen. Es ist so, als wenn man auf den erlösenden Moment, den erlösenden Sieg wartet, den dann noch bestätigen kann und plötzlich merkt: Eh, das geht ja plötzlich wieder. Wir gewinnen ab und zu, gegen den Z sogar mit Spektakel, aber wir zerstören das Fürzli Selbstvertrauen dann gleich wieder selber mit komischen Auftritten. Ein Teufelskreis, da wir ungefähr nach jedem 2. Match fast wieder von vorne beginnen müssen, den Strich massiv im Nacken haben. 

Wir müssen jetzt Spiele gewinnen, 3 Punkte, egal wie, es muss jede Sekunde so gespielt werden, als ob die Playouts und bereits das Duzis anbieten möchten. Nicht mit der Brechstange, das geht schief, ich rede von der Intensität und dem Zweikampfverhalten, dem Umschalten von der Abwehr in den Angriff, das Überqueren der neutralen Zone, das Tempo ... als wir gegen Genf das mal wie ein Puzzle zusammen hatten, ging es plötzlich ab. Nun muss unsere Larsschnitte einfach den Puzzleleim holen und kitten, was zusammen passt, nicht mehr alles wieder zerbröseln lassen und gegen die SCL Digger wieder beginnen, als hätte man noch nie zusammengespielt. An dem messe ich einen Trainer. Auf jetzt, wir schaffen das (Zitat Analika Ferkel).

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