Google+ Hardboiled SCB: 23.01.2016 SC Bern - HC Lugano 2:3 nP

Sonntag, 24. Januar 2016

23.01.2016 SC Bern - HC Lugano 2:3 nP

Ich schäme mich. Ich habe im Teleclub-Interview das Wort "Boxplay" nicht mehr in meinem Hirn gehabt. Einfach entfallen. Aber wisst ihr was? Das kann es geben. Ich habe noch nicht sooooo Routine mit Interviews, ich habe es weggesteckt und vergessen. Quasi eben den Reset-Schalter gedrückt. Doch dann kommen unsere Kummer-Buben und zeigen mir eindrücklich, dass es bei Ihnen einfach keinen Reset gibt. Wieder stiegen wir in ein Spiel ein, die jedem Fan das nackte Grauen in die Nieren trieb. 0:2 nach 7 Minuten, nach grauenhaften Abwehrfehlern. Wie so oft, wie immer, wann hört das auf? Danach folgten unansehnliche 2 Drittel die einfach nur schwach waren und die Lugagels uns hätten erledigen MÜSSEN. Aber der Stefan im Eck war heute gut, sehr gut sogar, er alleine verhinderte die totale Demontage. Im Schlussdrittel kamen dann genau 7 Minuten Atomhockey die uns einen sehr glücklichen Punkt auf das Konto sabberten. Das wir dann im Penaltyschiessen erneut keine Krätze schossen, hat ja nicht wirklich jemanden überrascht, ne?

Eben, der Start. Sorry, aber da hilft wohl nicht mal mehr ein Wunderheiler. Das Team war verkrampft wie die Krampfadern von Müller Helga, ihre Scheichen sehen aus wie eine Landkarte. Es war grauenhaft, wie zögerlich und ohne Schub wir auf dem Eis rumgeisterten. Lugano, nach ihren letzten Erfolgen im Hoch, spielte uns gleich zu Beginn krass aus und ging in Führung. Das war der berühmte Gifttropfen für unser Selbstvertrauen, das wohl ungefähr noch die grösse einer Mikrobe hat. Das wir dann uns das 0:2 fast noch selber ins Netz gurkten, passte wie die berühmte Faust aufs Auge. Alle die, die der Nummer #2 nun Schimpfis geben: achtet Euch bitte auf den Hölzel, der ihm einen Pass auf Kniehöhe spielt ... wirklich unsäglich. Auch Stefan im Eck sah da nicht gut aus, aber er steigerte sich dann immerhin. Der Rest des Drittels war "Arm gegen Warm", unser Spielsystem liess die Zuschauer gähnen. Die Lugagels semmelten uns noch ein paar Mal gehörig durch den Kakao, nach diesem Drittel hätten wir nicht weinen dürfen, wenn die Tessiner 0:4 geführt hätten. Sackschwach, SCB!

Besserung gab es im zweiten Drittel vorerst nicht. Kämpfen tut jeder Bube auf dem Eis, aber es ist alles irgendwie nicht kompakt und harmonisch, jeder macht das quasi für sich, damit er keine Vorwürfe kriegt. Und eben, mir ist es egal ob im Training immer noch gute Stimmung herrscht, an den Spielen sieht das aber gar nicht so aus. Wo bleiben Angriffe, die nicht bereits in der neutralen Zone versanden? Wo bleiben Powerplays, die Sinn machen und Torgefahr bringen? Wo ist unsere Zweikampfstärke? Wieviele Bullys haben wir bis Ende des zweiten Drittels gewonnen? Ungefähr 3. Nein, das war die dampfende Kacke in Reinkultur. Wenn Du in Australien irgendwo einen Teller hinlegst und einen Kranich anschliessend von Sidney aus starten lässt, die Chance dass er im Flug kackt und genau auf den Teller trifft ist grösser, als das ein Torschuss von uns ins Netz zischt. Weil wir halt schiessen wie Kranichscheisse. Auch in diesem Drittel musste der Stepanek hexen wie Frau Holle, um uns noch kleine Hoffnungen am Leben zu lassen.

Im letzten Drittel folgte dann ein 7-Minuten-Feuerwerk, die das eingeschlafene und sabbernde Publikum aufweckte. Es war erst der Schwerweh mit einem Ofen, und nur Sekunden später traf Moser massiv haltbar zum 2:2. Es waren rare Momente, aber nun war die Halle da, es gab Applaus, Anfeuerungsrufe, Hektik. Nun rannten wir an wie bockige Antilopen, wollten die 3 Punkte - und liefen 2 x in fast tödliche Konter der Dattelmannen. Stefan im Eck gewann aber beide 1:1-Situationen. Da hätten wir den Punkt dann eben noch fast versemmelt, danach besannen wir uns wieder auf das emotionslosere Gekratze, das aber die Nerven dann etwas schonte. Die Verlängerung brachte keinen Ofen, da waren auf beiden Seiten Chancen, aber nichts ging mehr rein. Und dann eben das Penaltyschiessen, es ist schon fast krass wie wir da ablutschen, wir haben jetzt 9 Penalties in Serie zum Teil jämmerlich verschossen. Frage: Warum riskiert man in der Verlängerung nicht alles und um jeden Preis? Wenn man doch weiss, dass man im Penaltyschiessen ungefähr eine Siegchance von 1.5% hat?

Also, dieser Dämpfer sitzt erneut, der Fall unter den Strich ist so richtig das was man braucht, entweder können wir morgen in Biel endlich endlich endlich mal 3 Punkte einfahren, oder es wird wohl bitter ohne Ende enden. Wie gesagt, die Gefahr für uns ist gross, aber irgendwie geht das gar nicht so richtig rum in unserer FurzWanz Arena, aber ich sage Euch: Die Zwischenrunde im Playout wird es in sich haben, wir schlagen die Teilnehmer dort meistens auch nicht, wenn wir gut in Form sind. Meine Alarmglocken bimmeln nicht mehr, mein Bimmel alarmt dafür umso heftiger. Scheissniederlage, erneut, mir scheissegal ob wir immer ein bisschen Pünktli holen, die Konkurrenz hebelt halt ab und zu 3 Punkte hin - und das bringt uns an den Abgrund.

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