Google+ Hardboiled SCB: Furkopf der Woche - Die Angespanntheit in Langnau

Sonntag, 14. Dezember 2014

Furkopf der Woche - Die Angespanntheit in Langnau

Wir bereiten uns sehr seriös auf den Cup-Knaller in Langnau vor. Das Team ist konzentriert und will unbedingt in das Halbfinale eindringen. Für das müssen wir den Tabellenführer der NLB, die SCL Tigers, aus ihrem eigenen Stadion penetrieren. Ein sicherlich schwere Aufgabe, dementsprechend hoch ist die Konzentration bei unseren Mannen.

Was aber im Emmental abgeht, ist dann doch fast etwas too much. Klar haben die Spiele gegen den SCB einen besoneren Wert, klar wollen sie eine Sensation schaffen, aber zu welchem Preis? Erstmals seit 41 Jahren hat der Gemeindepräsident wieder das für die Bevölkerung obligatorische Ilifis-Bad ausgerufen. Die gesammelte Dorfbevölkerung stellt sich (s. Bild) in die Ilfis und wäscht sich zum "Langnau-Schangnau-Bärau-Gohl"-Lied, dazu werden gelbe und rote Söiblumen in den Fluss geschüttet. Dieses Ritual wäre eigentlich verboten, da 3 km unterhalb der Massenreinigung sämtliche Fische verenden. Ich hatte zum Glück meine Kamera dabei, ich habe viel riskiert, denn Farbfotos sind im Emmental nach wie vor verboten. Für mich ist die Wiederbelebung des Rituals ein erstes Indiz, dass die Tiger das Spiel über alles stellen. Klar, es hat auch Vorteile, es wird im Stadion zur Ausnahme mal frisch riechen. Nur kurz, aber immerhin.

Dann wurde der beliebte Fan-Marsch nun doch abgesagt. Die Route wäre eigentlich abgesteckt und von der Polizei freigegeben worden. Vom Bahnhof aus wäre man in Rüedu Baderschters Vorgarten gelaufen, dort gleich links abgebogen, durch das Wohnzimmer von Hans Emmenschmidt, rüber zum Stöckli von Erna Jauchental, danach ein straffer Marsch in den Stall von Schweinebauer Schwendener. Dass der traditionelle Marsch abgesagt wurde zeigt ebenfalls, dass nur der Sieg im Emmental zählt und man sich leider nur auf das Spiel konzentrieren will. Denn der Fanmarsch wurde meistens von einem besoffenen Spieler angeführt, das wird vor diesem Spiel nicht mehr geduldet.

Dazu passt dann gleich auch noch, dass in der Halle nicht mal ein Streichholz endzündet werden darf. Das sei aber keine Schikane, sonder man hat aufgrund einer Messung festgestellt, dass die Furzgase von der Rinderausstellung am Samstag in zu hoher Konzentration unter dem Hallendach rumgeistern. Ein Funke könnte die Darmwinde zum Explodieren bringen. Und wer will schon ab Kuhfürzen in die Luft gejagt werden?

Also, ihr seht, da ist zuviel Fanatismus in dem engen Tal, es wird Zeit, dass wir dort die Cupträume beenden gehen. Freuen wir uns auf einen geilen Cup-Fight.

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