Google+ Hardboiled SCB: Furzkopf der Woche - Familie Rotschild am Deutschlandcup

Sonntag, 8. November 2015

Furzkopf der Woche - Familie Rotschild am Deutschlandcup

Familie Rotschild kommt aus Spiez. Vater Weggu ist Molkereibeamter, seine Frau Hilda ist Gelegenheitsstripperin im Pflegeheim "Gottesgnad" in Koppigen und ihre beiden Wonneproppen Salsabertha und Kevin-Heinz gehen in die Hilfsklasse der Heilsarmee Sektion Oberaargau. Famile Rotschild interessiert sich sonst eigentlich nicht so für Hockey, da der Sport sich nicht mit ihrem Lebensgefühl in Einklang bringen lässt. Familie Rotschild mag keinen Körperkontakt, deshalb wurden die Kinder auch auf der Zuchtbullenstation "Emmen und Tal" eingepflanzt. Ebenso mögen sie kein Blut sehen, es herrscht in der ganzen Familie strengstes Menstruationsverbot. Nach diese Regeln leben die aufgeschlossenen Mittvierziger. Glücklich. Keusch. Ehrlich.

Aber einmal im Jahr packt die Sippe das Reisefieber. Im November steht der Deutschlandcup auf dem Kalender, dick rot eingerahmt, dieses Jahr findet dieses Klasse-Turnier in Augsburg statt. Die Augsburger Puppenkiste kennt ja jeder Mensch der mal Kind war. Gott wie drollig diese Puppen immer umhermarionettierten, die Fäden waren sichtbarer als ein leuchtend schwarzes Hintertornetz. Wenn Du das heute einem Kind zeigst, haut es Dir seinen iPad quer über die Rübe. Aber egal. Familie Rotschild mag so Turniere mitten in der Saison, weil sie nicht so tierisch ernst genommen werden und die Teams oft mit einer grauenhaften Auswahl anreisen. Weil auch die Teams nicht so interessiert sind ab dem Deutschlandcup. Die Schweiz war ja dann dieses Jahr noch spezieller, man kam ohne Naticoach daher, mit einer haarlosen Frucht an der Bande als Ersatz. Nun, egal.

Begonnen hat ja alles gut, die Rotschilds toben nach dem Sieg gegen den Gastgeber Deutschland massiv ab und werden für eine Nacht ins Untersuchungsgefängnis gesteckt. Aber egal, wenn man dann schon mal im Ausland ist, gibt man alles. Gegen die USA sah es lange auch gut aus, 4:1 in Führung lagen die führerlosen Eisgenossen, aber dann kam der Dampfhammer der Obama-Guschtis massiv ins Gefräss. Ritsch ratsch und wir hatten mit 4:5 abgelutscht. Herr Rotschild ärgerte sich ganz schlimm und demolierte sein Auto und schrie dazu "wir kriegen uns alle". 

Heute dann der absolute Hiobs für die urchige Familie. Gegen die Slovaken lieferte die Schweiz ein Trauerspiel ohne Ende ab, die 0:4-Niederlage wäre ja noch knapp gegangen, aber dass dann der Simon unser der Du bist Moser gegen Ende des zweiten Drittels 50 Strafminuten aufs Mal kassierte, war für die Sippe Rotschild zu viel. Sie mögen vieles, aber eines nicht: unsportliches Verhalten. Rotschilds verliessen defintiv die Halle und liessen jedem Fahrrad aus Wut noch die Luft aus den Pneus. 

Die Schweizer Nati wird nie mehr auf Rotschilds zählen können. Das ist für mich das einzige Fazit nach diesem gähnenden Unterbruch unserer geliebten Meisterschaft. Mann, freue ich mich auf unsere Jungs, auf Beppo auch wenns mal einschlägt hinter ihm, auf unsere Abwehr, auch wenn sie manchmal spielen wie eine Salatschleuder mit Rattenkot drin, auf unseren Sturm, der manchmal zwar nur lauwarm windet, aber in jedem Spiel 300 mal mehr Unterhaltung bietet als dieser Cup. Wo man 1 Spiel gewinnt und 2 mal lutschen geht. Ich verstehe Rotschilds!

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