Google+ Hardboiled SCB: Furzkopf der Woche - Kompensierende Schiris

Sonntag, 16. November 2014

Furzkopf der Woche - Kompensierende Schiris

Es muss mal angesprochen werden. Nicht mit einer Klubbrille, denn ich glaube alle Vereine sind davon gleich betroffen. Es geht hier also nicht um meinen Lieblingsverein oder meinen grössten Hassverein, es geht um die allgemeine Situation. Am Samstag beim eher lauen (auch wenn die Zeitungen da wieder was von grossartig und so plärren, denkt daran, HIER steht die Wahrheit) Sieg gegen den HCD fiel es mir halt wieder auf.

Ich gebe NIE dem Schiri Schuld für Niederlagen. Klar, auch ich sehe es manchmals anders als die Zebras, allerdings muss man realisieren, WIE ich es anders sehe. Im Stadion oft gar nicht, dann Zuhause am TV in 123-facher Zeitlupe. Der Herr im Zebralook hat diese Möglichkeiten nicht, das ist verdammt schwer innert Bruchteilen von Sekunden eine Entscheidung zu fällen. Leider hat sich im Hockey ja auch die Schwalben-Tendenz etwas durchgesetzt, man kann einem Spieler nicht mehr unbedingt vertrauen, sie heben oft sehr leicht ab. Aber eben, das ist egal, in jeder Sportart mit Schiri hat der Herr einen schweren Job und der Verlierer wird immer ein bisschen an ihm herummodern.

Was ich aber absolut nicht verstehen kann, sind 2 Sachen. Erstens: wie kann man während dem Spiel plötzlich seine Linie ändern? 40 Minuten eher kleinlich am Pfeifen lutschen, dann urplötzlich kommt die Wende und er lässt laufen als wäre die NHL ein Kindergarten-Spiel mit Kinderfouls. Alles geht nun durch, 2 Minuten gibts nur noch wenn nach einem Stockschlag der Arm des Gegners 3-fach gebrochen ist. Zweitens: Wie kann man, nach ein paar harten Strafen gegen ein Team, dann plötzlich ins Kompensieren kommen? Das ist eigentlich das Schlimmste was es gibt. Er gibt ja so indirekt zu, dass er vorher wohl doch etwas hart gepfiffen hat, oder nicht? Wenn er seine Linie hat, dann hat er die Strafen gegeben und steht danach einfach dazu, auch wenn Team A das Spiel dann halt im Hintern hat. Aber was solls, das frisst man und basta. Aber er kann doch dann mit einem guten Gewissen vom Eis und denken: "Ich habe mein Gesicht behalten und meine Linie durchgezogen". Das wäre für mich dann die gute Leistung, egal ob der eine oder andere Pfiff vielleicht nicht ganz richtig war. Das passiert überall, auch in der NHL, egal wo. Aber dieses quasi "wiedergutmachen" ist doch wie ein Eingeständnis ...? 

Dann noch ein paar Worte an den Kommentar-Tumult wegen den HCD-Fans, die während der Ehrung von Ovo Rüthefrau das Lied "Rüthemaa, du hesch äs gruusigs Liibli a" gesungen haben, falsch wie die Sau zwar, aber sie haben es gesungen. Kommt, lasst doch die Kirche im Dorf. Man stelle sich mal den SCB-Mob vor, wenn der Reto von Alk in Davos verabschiedet werden würde, ganz klar dass unsere Ecke aber noch massiver abröhren würde. Irgendwie muss Eishockey so sein, Rüthemann hat dieses Lied in seiner ganzen Zeit beim SCB von den Davosern gehört, was solls. Die Davoser erlebten übrigens ähnliches, als sie Sandro Rizzi verabschiedeten. Da er in Untervaz seine Karriere startete, geschah das im August an einem Freundschaftsspiel vor 12 Zuschauern (Eis hat es dort oben das ganze Jahr). Die 3 Untervazer Supporter benahmen sich massiv daneben und schrien Sachen wie "Rizzi Du hast noch Gemüsesuppe in Deinem widerlichen Bart" oder "dein Gesicht sieht aus wie die Pussy eines Wasserbüffels". Das war dann für mich unter jeder Unterhose.

Also, Schwamm drüber, und bitte liebe Schiris, lebt die Botschaft hier oben aus. Niemand redet noch lange über ein Spiel, wenn Du Deine Linie behälst. Manche mögen Dich dann vielleicht nicht weil Du immer streng bist wie eine Domina, aber daran gewöhnt man sich und man kennt Dich. Manche werden geliebt weil sie viel durchlassen, dort ist das gleiche Spiel wie oben. Keep cool!

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