Google+ Hardboiled SCB: Die Meistertore in Lugano 1989

Montag, 2. Juni 2014

Die Meistertore in Lugano 1989

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Für mich sind es wirklich ganz besondere Tore. Nach 10 Jahren ohne Titel, dazwischen noch gewürzt mit 4 doofen NLB-Saisons, zogen wir in der Saison 1988/89 in die Playoffs. Bill Gilligan hatte dem Team nach einer total vergurkten Vorsaison (mit Trainerentlassungen und so weiter) wieder Leben eingehaucht. Dazu war mit Alan Haworth und Rückkehrer Ruotsalainen die Weltklasse persönlich im Team. Gilligan brachte es fertig, eine unglaublich verschworene Mannschaft souverän durch die Saison zu führen. Der erste Playoffgegner, der EHC Biel, fegten wir relativ locker vom Hocker. Doch im Halbfinale drohte das Ende. Der damalige EHC Kloten wartete. Die waren 2er geworden in der Quali, wir 3er, also mussten wir gegen die Flieger mit Auswärtsnachteil antreten.

Doch oha, das Team steigerte sich immer mehr und eliminierte Kloten relativ cool mit 3:1-Siegen. Schon da zeigte Renato Tosio unglaubliche Paraden. Der Halbfinal war gewonnen, eigentlich fast das Höchste der Gefühle, denn niemand gab uns eine Chance im Finale gegen das Grande Lugagel. Die waren zu dem Zeitpunkt Serienmeister, haben jeden Finalgegner zerpflückt und gedemütigt. Daran geglaubt haben wir, die Fans, und - DAS TEAM. Sonst niemand. Eine unvergessliche Serie begann. Nach der Auswärtsniederlage in Lugano schlugen wir in der Allmend böse zurück und stopften den Ditschinesis gehörig Safran in ihr Risotto. Die Serie stand 1:1, schon das war eine Überraschung, viele "Fachleute" hatten ein 3:0 für Lugagel prognostiziert. Doch oha, das nächste Spiel in Lugano gewannen wir sogar, wir hatten an einem Donnerstag Matchpuck in der aber total überfüllten Allmend. Aber, der Fluch sollte lange an uns kleben, wir waren zu nervös um den Meistertitel Zuhause zu feiern. Lugano glich die Serie aus. Es kam zum Spiel 5, und da waren wir dann endgültig die massivo Aussenseiter. So sehr Aussenseiter das wir schon fast ein Kreis waren.

Das Spiel an diesem legendären Samstag war dann auch gar nichts für schwache Nerven. Im ersten Drittel kam Lugano wie auf Drogen, die spielten, kämpften und furzten übers Feld wie hyperventilierende Hamburger. Nach dem ersten Drittel hielten wir das 0:0, auch dank Renato Fanghandgott Legende Chief Rock Bottom Tosio. Unglaublich was der alles abgelesen hat. Im zweiten Drittel wurden wir dann zum ersten Mal happig von Emotionen gepackt. Bruno Rogger musste auf die Strafbank (ich erwähne den Namen extra, ihr werdet bald merken warum), unser Powerplay war geil und Bob Martin knallte uns in Front. Das Herz bebte und brannte. Noch mehr, als Reto Dekumbis via Backhand uns mit 2:0 in Front schoss. Luganos Rogger konnte den Bündner nicht am Schuss hindern. Merkt ihr es wegen dem Namen des Lugagels? Beide Tore hätte übrigens Toto Tosio im Schlaf gehalten, aber das war egal. OK, dann folgte im 39en Anlauf der Anschusstreffer der Palmen. Torschütze war Bruno Rogger, mein Gott, echt wahr! Mit diesem Resultat ging es in die letzte Drittelspause.

Und das Drittel 3 sollte dann effektiv sämtliche Nervenbahnen auf 220 Volt treiben. Der leider verstorbene Peter Jaks bombte das 2:2 hin, die ganze Resega stand Kopf. Das 12 Minuten vor Schluss. Wenn Sport logisch wäre, dann hätten die Piankelnero dann den Pokal geholt. Doch unsere Mannen, angeführt von Tosio, Rexi und Haworth, gaben nicht auf. 7 Minuten vor Schluss entwischte Hotz-Hotz-Hotzenplotz, sein Querpass wurde von Verteidiger Rogger (!) nicht richtig abgefangen, so konnte Alan Haworth erneut unsere Führung erzielen (1. Tor auf dem Videöli). Was für ein Spektakel. Lugano schmiss alles nach vorne, wir aber waren konterstark wie Aladin wenn man daran reibt auch wenn man keinen in der Lampe hat. Cunti düpierte Verteidiger Rogger (echt wahr!) raffiniert und zog 4 Minuten vor Schluss alleine auf Andrey, den Fliegenfänger aus Lugano. Herrlich wie der schöne Bub uns zum Meister schoss (2. Tor auf dem Videöli)! Das war Wahnsinn auf Kufen! 

Für mich neben unseren Helden wie Tosio, Rexi, Haworth, Cunti, Dekumbis, Bärtschi, Martin, Rauch und wie sie alle hiessen, war ein Spieler einfach der Hammer: Bruno Rogger. Danke für die Beihilfe zu 4 Toren Du elender Vollgesichtsschutz-Eseff. Yessss!

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