Google+ Hardboiled SCB: Was für ein Abenteuer: Mein Fussmarsch auf Ambri ist gleich beendet

Dienstag, 18. Oktober 2016

Was für ein Abenteuer: Mein Fussmarsch auf Ambri ist gleich beendet

Ja, ich hätte selber nicht gedacht, dass ich es schaffe. Der Routenplaner hat mir eine Wanderzeit von ungefähr 34 Stunden ausgegeben, ich habe es in genau dieser Zeit geschafft und stehe vor den Toren von Ambri Piotta (s. Bild), der Heimat des einzigen Vereins von ganz Europa, der trotz fehlender Einwohner sich immer noch relativ problemlos in der obersten Spielklasse halten kann. OK, bei der Lizenzvergabe drückt der Verband ja offenbar meistens beide Augen und sämtliche Hühneraugen zu, damit sie durchrutschen. Jedes Jahr schreiben sie ein Minus in Millionenhöhe, trotzdem schaffen sie es eben immer wieder, die Ambriosetten. Das ist auch gut so, denn Ambri bringt Dir das Mittelalter ohne VR-Brille vor die Augen. Das ist Kultur pur.

Die Wanderung verlief gut, ich hatte einfach kein Internet in diesen unsäglich unförmigen Felsen, die manche Leute "Berge" nennen. Wieso da die Provider nicht schon längst auf jedem Berg eine Antenne montiert haben, ist mir ein Rätsel. Trotz Turnschuhen bin ich ohne Blasen an den Füssen nun also angekommen, was mich unheimlich stolz macht. Ich hatte ja eine Wette gewonnen, da jemand behauptet hat, "Hardboiled SCB" sei gegenüber den Anfangszeiten "ganz schön zahm und gesittet und anständig" geworden. Das konnte ich ja mit dem Matchbericht gegen die SCL Teigger brillant widerrufen. Wenn ich so richtig schweinesauer werde, dann explodieren meine Beleidigungen nach wie vor in alter Stärke. Gut zu wissen. Wenn ich die Wette verloren hätte, sässe ich jetzt in einem Helikopter der mich auf Ambri geschunkelt hätte, wie doof, dank meinem Sieg konnte ich nun meine Lieblingswanderung in die verfurzte Valascia machen.

Schaut man sich das letzte Wochenende aus der Distanz an, war die Niederlage (was für eine demütigende Niederlage, ich koche schon fast wieder) eigentlich logisch. Nix als logisch. Warum? Nun, wir hatten die Tiger am Freitag überfahren ohne Ende. Allerdings nur gerade 22 Minuten lang. Langnau spielte danach 38 Minuten "zu Null", was ihnen Auftrieb gab. Gleichzeitig feierte der Pumuckel, der anstelle von Katscho ins Tor kam, einen lupenreinen Shutout. Das gab noch mehr Moral. Am Freitag realisierte man das nicht. Wohl aber am Samstag. Wir hatten es verpasst, trotz eindeutigem Spielstand immer noch einen nachzulegen. Genau so hätten wir die Dolchstösse gesetzt, die uns auch am Samstag auf die Siegesstrasse gebracht hätten.

Dazu kam, dass unser Auftritt in Langnau blutleer war, wir zogen uns einen Zwischenmenstruationstag ein. So herrlich wir vorne Tempo machen können, so jämmerlich sieht es aus, wenn dann nichts geht. 90 Prozent unserer Schüsse waren gesülzter Sulz, ungefährlich und ohne Schaum vor der Birne. Das Langnau sich steigerte muss man sicher auch erwähnen, aber eine solche Abfuhr ist nur schwer zum Verdauen. Ambri ist übrigens der fast gleiche Gegner wie Langnau. Die Leute heissen alle gleich, sie wohnen in einem Tal und wenn sie in der PostHillary Arena gastieren, kriege ich keine Schweissperlen. Wohl aber, wenn wir bei ihnen zu Gast sind. Siege in Ambri sind ungefähr so selten wie Siege in Langnau, egal wie tief die Beiden im Sumpf stecken.

Bald geht es los, ich gehe jetzt noch schnell zur Tessiner Podologin Celina Herrenci, die einzige Fussfachfrau weltweit, die mit ihren Zähnen Dir die Hornhaut entfernt. Danach ab in die Valascia, nur 3 Punkte bringen mich wieder auf den ausgeglichenen Level!

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