Google+ Hardboiled SCB: Wir müssen Haber in den Hosen haben

Montag, 24. Februar 2014

Wir müssen Haber in den Hosen haben

In einem Tag geht es mit einer Hochspannung weiter, die man sonst nur an Strommasten findet. Die Ausgangslage ist klar, wir sind auf Rang 9, spielen morgen gegen die schlappen Rappen und können mit einem Sieg auf Rang 8 vorstossen. Insofern hat sich alles vereinfacht. Wir müssen nur noch auf die Lasagne HC Weisswein-Fraktion schauen. Die Welschen steigen ab Freitag wieder in die Meisterschaft ein und haben noch 3 Auswärtsspiele zu bestreiten. Aber das muss uns egal sein, unser Ziel müssen 4 Siege sein und basta. So schaffen wir es aus eigener Kraft.

Doch die Vorhersage für diesen Krimi ist massiv schwierig. Wie oft schon haben wir diese Saison geglaubt, dass es nun Obsi geht mit unseren Schneehasen? Danach folgte prompt wieder ein grauenhafter Auftritt ins Bodenlose. Das darf nicht mehr passieren, sonst sind wir geliefert. Hoffen wir mal, dass der Metzger sein Konzept den Buben reingehämmert hat und dass es auch Erfolg hat. Mit Metro und Grillrost (nur wenn ich böse bin heisst er Grillfurz) haben wir uns ja noch veraltert und verstärkt, unser Verletzungslazarett ist bald grösser als das Siechenhaus in Burgdorf anno 1741. Alles steht auf wackligen Beinen.

Wie wird die Situation von den Fans gesehen? Nehmen wir 2 extreme Beispiele. Beginnen wir mit Manfred Ragel. Manfred ist die SCB-Brille auf zwei Beinen. Er geht an die Heimspiele in Migros-Jeans-Kutte und hat 300 Aufnäher von Mutti draufnähen lassen. Er ist massiv fanatisch, sieht aber oft nur den eigenen Klub. Er skandiert den Müllwagen an, weil er meint es sein ein Fancar aus Fribourg. Er hat schon seiner Oma einen geklatscht, weil sie zum Spass "Hopp Langnau" an seiner Konfirmation gesagt hat. Er ging ins Tattoo-Studio und wollte sich den Namen seinens Lieblingsspielers auf sein bestes Stück tätowieren lassen, bis er entsetzt festellen musste, dass nur knapp die Rückennummer drauf Platz hat. Diese Manfred denkt so: "Oh, kein Problem, gegen Rappi und Biel spielen wir gegen die Letzten der Tabelle, Gottéron haben wir immer geschlagen wenn es um was ging und der Z wird nicht mehr bei der Sache sein. Wir holen 12 lupenreine Punkte."

Dann gibt es die Magensaft-Leiersäcke. Sie jubeln nicht mal bei einem Meistertor weil sie noch ein Haar in der Hose finden. Kuno Kleebein ist so ein Typ. Nie zufrieden mit dem Verein, mit den Spielern. Kuno denkt so: "Rappen hat nichts mehr zu verlieren und will uns mit Garantie in die Suppe furzen. Nur damit sie an ihrer GV darauf hinweisen können, dass auch der stolze SCB in den Playouts war. Gegen Biel auswärts gewinnen wir nicht mal, wenn sie ohne Torhüter spielen. Gottéron wird uns mit einem Lächeln vor den schwarzen Zähnen die gelben Füsse ins Gesicht halten. Und der ZSC wird mit einem Sieg über uns dann Lausanne als Gegner in den Playoffs haben, ist alleweil besser als unsere alten Rösser die in den Playoffs dann plötzlich eklig werden könnten."

Zwei Menschen, zwei Ansichten. Wie ist meine Meinung? Nun, es wird brutal schwer werden. Aber ich sage nur soviel: Das Spiel morgen ist ein kapitaler Bock-Match. Es geht um 3 Punkte die man OHNE WENN UND ABER HOLEN MUSS. Für mich noch wichtiger ist aber die Art und Weise, wie man die Punkte holt. Kein Zittersieg, kein Verlängerungs- oder Penaltyschiess-Tubeli-Gewurste. Stolz, selbstbewusst, hart, zu allem bereit. Es wäre nun wirklich an der Zeit zu zeigen, dass man lieber den Torpfosten fressen würde als zu verlieren. Mit dieser Ausstrahlung, damit meine ich in keiner Weise Überheblichkeit oder Grosskotz, muss man die Gegner vom Eis quetschen. Mir ist bewusst, dass dann noch 5 Spieler mehr am Stock in der Reha sitzen werden. Aber unser Saisonziel hat sich nun einfach auf 4 Spiele reduziert. Und wenn das Team wirklich nicht in der Lage ist, 4 Spiele lang nun Vollgas-Hockey mit Niveau zu spielen, dann sollen wir echt in der Playout-Runde schmoren und an den eigenen Unterhosen ersticken. 

Der Countdown läuft.

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