Google+ Hardboiled SCB: Furzkopf der Woche - Der "Nach-den-Ferien-Montag"

Montag, 10. August 2015

Furzkopf der Woche - Der "Nach-den-Ferien-Montag"

Definitiv die einfachste Wahl ever. Meine herrlichen Ferien sind zu Ende, klar, man kann nicht das ganze Leben Ferien haben, die Arbeit ruft einem halt auch wieder, man muss kreativ sein, Kohle verdienen und sich auf die nächsten Ferien freuen. Aber der erste Tag nach den Ferien, meistens ein Montag, ist etwas vom Grässlichsten, was es auf dem Arbeitsmarkt wohl gibt.

Es beginnt schon am Sonntagabend, wenn man zum ersten mal nach Wochen wieder den unsäglichen Wecker stellen muss. Die Scheisslaune steigt wie warme Kotze aus dem Magen. Aber egal, noch liegt eine Nacht zwischen dem Grauen. Pünktlich bimmelt dann das Scheissding ab und zerstört Dir jeden noch so tollen Ferientraum auf das Brutalste. 

Danach steht man weinend unter der Dusche, verwechselt Bodycream mit Haarshampo, egal, man zieht sich an, nichts mehr da mit Shorts und Ranzen blutt, nein, leicht gesittet muss es wieder sein. Der Körper ist auch auf dem Weg zum Bus noch nicht bereit, die Wochen mit "Alk ab Mittag" lassen ihn nicht leiden, aber der Body schreit "hüh, nimm mal einen, Tuni". Aber damit ist nun ebenfalls Schluss. Tut mir leid ihr lieben Organe.

An der Busstation überlege ich mir, welchen Bus ich nehmen muss, ich schaue sicherheitshalber auf dem Handy nach. OK, die Nummer 10 ist es. Ebenso ein schneller Blick auf die eigene Geschäftsadresse, damit ich den Firmennamen  der Firma wieder weiss, wo ich doch seit knapp 20 Jahren arbeite.

Dann das Eintrudeln ins Büro. Während ich im hohen Bogen abreihern könnte, lächeln Dich alle freudig an und erkundigen sich nach den Ferien. "War es denn schön?" und so. Die Tränen in den Augen habe ich im Griff, man erklärt gespielt gut gelaunt, dass es absolut toll war. Nur eines rettet mich, hoch zum Kaffee-Automaten, einen doppelten Espresso ohne was, schwarz wie die Nacht. Erneut werde ich angesprochen, ein freundlicher Herr in Schale redet mit mir. Im Büro frage ich nach, wer das gewesen sei. Aha, mein Chef, doch, die Erinnerungen kommen langsam wieder hoch. Danach starte ich Outlook, nur 112 Mails die ich nun alle lesen darf, zum Teil so spannend wie ein Einkaufsladen für Leintücher.

Das Grauen wird bald weichen, und ich werde im gewohnten Trott sein. Eine Lösung für das beschriebene Problem wird es nie geben, denn wenn der Montag noch frei wäre, ist ja dann der Dienstag nach den Ferien der schlimmste Tag des Jahres. Egal, es geht Euch allen gleich, dann bin ich nicht alleine. 

Geniessen wir die Zeit trotzdem, bald geht es ja los mit unserem Lieblingssport! Das gibt Kraft, Motivation und Freude in die feriengeschändeten Glieder!

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