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Donnerstag, 5. März 2015

Neustart und Solidarität mit Justin Krueger

Ihr habt es wohl alle in der Weltpresse gelesen: Justin Krueger ist für heute fraglich. Nach seinem Bandenkuss mit anschliessender Platzwunde sehe er im Moment aus wie ein Einhorn, es hat im eine gewaltige Beule vor das Hirn gedrückt gekriegt. Genau das ist unsere Chance, heute ein Zeichen zu setzten. Fast alle Leute haben Zuhause eine Einhorn-Maske (s. Bild), wenn nicht kann man sich das Teil sehr einfach selbst herstellen: Eine leere Toilettenrolle, ein Gummiband rein, über die Stirne ziehen und fertig. Es wäre ein tolles Zeichen wenn heute 16'000 Einhörner dem Justin zeigen würden: auch wir hornen wie ein Ein.

Danach ziehen wir diese bescheuerte Maske sofort ab und röhren los wie ein läufiger Bär, der gerade sieht dass ein Tourist seine Bärenkinder fotografieren will. Vorbei mit Plüschtier-Hockey, genau ab heute muss der Groschen fallen. Ich rede hier nicht über die Taktik, da komme ich auch zu wenig draus, es geht mir um anderes. Zum Beispiel um Durchsetzungsvermögen, gepflegte Angriffsauslösung, kernige Schüsse und Zweikampfverhalten. Denn es kann nicht sein, dass

- Lausanne 60 Prozent der Zweikämpfe gewinnt
- Lausanne den gepflegteren Spielaufbau hat
- Lausanne unsere Angriffe bereits in der neutralen Zone zur Lachnummer degradiert
- Lausanne meistens ohne grossen Probleme den Slot im Griff hat

Lausanne ist keine Übermannschaft, das hat Larc Müthi bereits in seinem Beitrag auf der offiziellen Seite gesagt. Von mir aus gesehen sind wir aber genau so aufgetreten. Es kann doch nicht sein, dass wir passiver spielen als ein passives Mitglied eines passiven Vereins der passiv geworden ist? Ich zähle pro Drittel mehr passive Missverständnisse als gute aktive Aktionen, schon das ist ein passives Alarmzeichen. Und aus der Abwehr heraus kommt gegen vorne nichts mit Ausnahme von passiver Luft. Die Ausländer fallen durch passives Abtauchen auf, die Stürmer schiessen passive Schüsse, sorry, aber so setzt man die Serie in den Sand. Und zwar massiv passiv.

Agieren müssen wir. Es kann nicht sein, dass wir die Hosen voll haben gegen Lausanne mit seinem unsäglichen Huet. Der muss mit Schüssen und Nachschüssen eingedeckt werden ohne Ende. Dazu muss man sich im Slot durchsetzten und Zweikämpfe gewinnen. Aktiv, wach und dem Gegner Schmerzen machen! Ich will heute keine Rotkäppchen-Mannschaft mehr sehen, die vor dem Lausanner Wolf die Kreide selber frisst - ich will ein Terminator-Team das umhaut, klepft, beisst und Tore reinhämmer und anschiessend im Chor sagt: "Hasta la vista, Saussicons". 

Es braucht heute den Neustart, das Lausanne vor UNS in die Hosen macht! Wie hat McSorbet gesagt? "Meine Frau hat oft Blähungen, aber das stört mich nicht weil sie eh draussen schlafen muss". Um das geht es!

Mittwoch, 4. März 2015

Ein Videospiel von 1979 spielt gleich wie wir!

Ja, das ist ein Screenshot von einem legendären Spiel. Intellivision von Mattel revolutionierte das damals popläre Ping-Pong-Spiel am TV. 1979 konnte man seine Geilheit auf Hockey also auch Zuhause ausleben. Das Game war, in der heutigen Zeit betrachtet, der totale Müll. Die Grafik treibt Dir Tränen in die Augen, es waren nur 3 Feldspieler auf dem Eis, das Tempo war ungefähr so hoch wie wenn man einem Apfel beim Verfaulen zuschaut. Tore schiessen konnte man nur, wenn der überdimensional grosse Puck an den Goalie prallte, der dann aus dem Gleichgewicht kam und sich aufs Eis legte und man dann den Nachschuss einschieben konnte. Von Spielaufbau und sonstigen Taktiken war natürlich nichts integriert, Strafen gab es keine da man nicht foulen konnte. Geile nostalgische Sache. Der Prozessor war damals noch so lahm, dass er nach einem Schuss eine Sekunde rechnen musste bis die Scheibe abdonnerte.

Trotzdem bin ich erschrocken: Haben die damaligen Programmierer in die Zukunft sehen können und unsere Playoffs 2014/15 bereits vor 37 Jahren vorausgesagt? Es ist wirklich fast ähnlich, wie wir im Moment umhergeigen. Nicht dass ihr mich falsch versteht: 1:1 in einer Serie ist überhaupt nicht schlimm, es war sogar zu erwarten. Mich stört die Art und Weise, wie wir in diesen zwei Spielen aufgetreten sind. Von dem her muss man sagen, das das 1:1 in der Serie eher ein gutes Resultat für uns ist. Aus dem schöpfe ich nun Mut und Kraft, denn eigentlich können wir nur noch besser spielen. Und dann gute Nacht, Lausanne. Oder auch nicht.

Dann ist heute Abend ein Brüller auf dem Parkett in der PostfinanceArena zu sehen. Die Junioren Elite des SCB haben den nächsten Matchpuck gegen den unsäglichen EV Zug, um ins Finale vorzustossen. Spielbeginn ist 20.00 Uhr, wer nach gestern zur Ausnahme Lust hat auf geiles, angriffiges Hockey der soll doch mal reinschauen gehen!

Dann, last but not least, eine kurze Info zum Tippspiel. Die Gewinner haben sich ja selber gesehen in der "Kicktipp-Rangliste", ich werde irgendwann mal ein Mail schicken betreffend der Post-Adresse, bis Rang 10 hat es ja Preise die verteilt werden wollen. 

Dienstag, 3. März 2015

Playoff VF 2: Lausanne HC - SC Bern 2:1

Stand in der Serie: 1:1

Das letzte Drittel von uns war so richtige Scheisse. Trotzdem war es das beste Drittel, das wir heute zeigen konnten. Mein Gott, was war denn mit den Jungs los? Was für ein Schildkrötenscheiss lieferte man denn da heute genau ab? Es kann doch nicht sein, dass man nach 40 Minuten sage und schreibe 6 Torschschüssen hingekräbelt hat? Es kann doch nicht sein, dass man 80 Prozent der Zweikämpfe verliert? Es kann doch nicht sein, dass die Verteidigung nicht einen geraden Pass auf einen Stürmer spielen kann? Es kann doch nicht sein, dass die Stürmer überhaupt keinen Pass auf einen Kollegen spielen können? Es kann doch nicht sein, dass man aus aussichtsreichen Positionen die Scheibe nicht trifft weil man wie ein Hornusser-Gagel darüber hämmert? Das war eines der katastrophalsten Playoffspiele des SCB ever ever ever! Und mir ist es scheissegal, ob man ganz am Schluss noch den Ausgleich versemmelt hat. Es wäre eh 0 Prozent verdient gewesen, Lausanne war heute von A-Z besser, gefährlicher, schneller, intelligenter, präziser. Sorry, aber mit unserem Angsthasenhockey werden wir, wenn es nicht augenblicklich ändert, uns die Hosen so voll scheissen, das wir wegen den gefüllten Dingern dann kaum mehr schlittschuhfahren können. Es kann doch nicht sein, dass man vor Lausanne Angst hat? Hallo? Nach diesen 2 Spielen muss ich das aber langsam annehmen. Schon im Heimspiel gewannen wir knapp und glücklich, rochen dabei aber schon massiv nach Angstscheisse.

Also, im ersten Drittel soff ich mir die Keule rot wenn wir schon nur in die Nähe der gegnerischen blauen Linie kamen. Das Tempo bei uns war ungefähr in der Höhe eines Scheckenfurzes, unsere Präzision würde bei einem Chirurgen zu fristlosen Entlassung führen weil er anstatt dem Blinddarm den Scheichen abschneiden würde. Lausanne wurde nicht einmal angegriffen, wie Mäuse vor einem Alligator kam es mir vor. 3 Torschüsse brachen wir zustande, man darf es kaum ansprechen. Lausanne, als Ligaanalsiebenter völlig klar, war auch keine Offenbarung, war aber immer einen Tick gefährlicher als wir. War auch nicht besonders schwer.

Das zweite Drittel brach uns dann die Erdkruste unter dem Vulkan. Ihr Fischkopf schoss herrlich aber für mich haltbar (Beppo stand nicht gut, keine Kritik, einfach Tatsache) zum 1:0 in den Kasten. Danach foulten wir uns herrlich in doppelte Unterzahl, und ein Zufallstreffer steckte uns den nächsten Gegentreffer in den Hintern. 2:0 hinten, das war herrlich. Aber es ging gleich weiter, am Schluss vermeldeten die sicher perversen Statistiker wieder sage und schreibe 3 Torschüsse. Sorry, 40 Minuten und 6 Torschüsse, da müssen wir nicht mehr lange über unsere Orientierung reden. Den Kack in den Hosen hatten wir, basta.

Im letzen Drittel dann ein Sturmlauf? Ja klar, irgendwie probierte man es, aber wenn knapp 15 Prozent der Pässe ankommen, der Rest ein Insdrittelschwarter ist oder ein Fehlpass, dann wird es halt etwas schwierig mit aufholen. Immerhin konnten wir dann durch Gagelhardy den Anschluss erzielen, Zeit genug wäre geblieben, neben glasklaren Konterchancen von Lausanne hatten wir sogar auch ein paar Chancen zum Ausgleich, aber eben, der Hockeygott hat heute richtig gehandelt und Huet alles halten lassen. Was auch nicht speziell schwer war.

Ich sage folgendes: Wenn wir nicht sofort unsere Taktik ändern und zeigen wo der Hammer hängt, dann werden wir unser blaues Wunder erleben. Ich will Dominanz, Körper und nur den Ansatz von gefplegtem Spiel. Es kann doch nicht sein, dass wir verreckter rumgurken als im August auf Rollschuhen? Klar, es zählt nur der Sieg, aber wenn ich die 2 Auftritte Drittel für Drittel anschaue, dann war Lausanne insgesamt besser als wir. Da schrillen die Sirenen im Hirn, oder? Das Gute an den Playoffs ist: Eventuell ist meine Schimpftirade am Donnerstag bereits Geschichte. Ach, noch etwas was leicht für Lausanne spricht: Ihre Ausländer sieht man deutlich auf dem Spielfeld ...

Montag, 2. März 2015

Auch wir hier haben das "verrückte Kleid"!

Das Dauerthema dieses Wochenende war, neben den Playoffs natürlich, dieses verwurstelte Presswurst-Kleid, das manche Leute als gold/weiss wahrgenommen haben, viele Leute sahen das Teil aber in blau/schwarz, ein sogenannter "Hirn-Effekt" sei das. Nun ist auch klar, wieso in Lugano alle das Teil als weiss/weiss gesehen haben. Aber egal, es war schon lustig wie man ein Bild so unterschiedlich sehen kann.

Per Zufall bin ich auch fündig geworden, man muss für so ein Phänomen gar nicht auf England reisen. Im Fribourger Fan-Shop bieten sie ein T-Shirt von Gottéron an. Nicht besonderes eigentlich, bis ich bemerkt habe, dass dort der gleiche Effekt ist wie beim Leier-Kleid aus England.

Schaut Euch das Bild genau an, viele von Euch sehen das Shirt mit dem tollen Drachen, in grün/schwarz wie es sein sollte, aber es wird Leute geben, die darauf eine Sau erkennen und die Farbe Rosetten-Rosa. Schon unglaublich. In Lugano sehen sie wie üblich weiss/weiss, also fragt dort nicht nach.

Ich bin schon sehr gespannt, wie die Social-Media-Gemeinde auf diesen neuen Kult reagieren wird, die Diskussionen werden wohl noch krasser als vom dem blauschwarzen Fetzen! Und irgendwie tut es ja Gottéron gut, jetzt wo sie ja den Playout-Final dann auch tatsächlich vor Augen haben.


Sonntag, 1. März 2015

Furzkopf der Woche - Die als Playoff-Touristen getarnten Reporter

So, ein erster Adrenalin-Schub ist mal durch, die Playoffs haben begonnen, der erste Sieg ist im Trockenen. Ein ungemein wichtiger Sieg, gilt es doch vor allem gegen die Lasagne den Heimvorteil zu behalten, da sie sonst unberechenbar werden könnten. Wir haben gestern nicht brilliert, das ist wohl allen klar, aber wir haben hart gearbeitet und mit dem richtigen System die Lausanner geschlagen, für mich mal einfach das wichtigste. Viertelfinals sind schon lange zum Härtetest geworden, die Zeiten von "Freilosen" und "klarer Favorit" sind schon lange vorbei.

Für mich ist es dann eher amüsant zu beobachten, wie der Blätterwald darauf reagiert. "Defensiver als Lausanne", oder "Kein Spektakel" oder auch "Langeweile" steht da souverän schwarz auf weiss. "Boucher will den SCB zum Titel mauern" war auch noch so eine hochstehende Überschrift. Ich kugle mich vor Lachen.

Nochmals: Playoff best-of-seven bedeutet, 4 Spiele gegen einen x-beliebigen Gegner zu gewinnen. Ob Du nun nackt spielst oder im Tanga, es interessiert schlichtweg eine Kappe. Aber unsere Spengler-Cup-Hooligans hinter der Schreibmaschine haben den Blick für das total verloren. Wer nicht zaubert ist ein langweiliger Verein, so der Tenor. 

Ich sage aber: Zaubern ist gut, ab und zu, in den Playoffs kannst Du Dir das aber meterweit in den Arsch schieben. Gegen Lausanne den Zauberstab auszupacken hätte in einer Katastrophe bzw. Heimniederlage geendet. Die tollen Zaubervereine ZSC, Lugano und Zug haben es ja vorgemacht, wie man Playoffs eben nicht spielen sollte.

Wir haben Lausanne so geschlagen, wie man Lausanne schlagen MUSS. Die Taktik von Lausanne ist bekannt, die Überraschungen werden ausbleiben, weil das Spielermaterial dort keine andere Taktik zulässt und das System jetzt über 2 Jahre perfekt einstudiert wurde. Da bin ich doch mal primär Stolz, dass unser Coach die richtige Antwort gefunden hat und mit seinem Kampfsöien den ersten Sieg errungen hat.

Playoffs sind erst Weihnachten und Neujahr und Ostern und Kardonnerstag und Grünfreitag zusammen, wenn man das letzte Spiel gewonnen hat. Vorher ist Montag, brutaler Montag, nichts anderes. Wer das nicht begreift, soll freude an 4-5 Spielen im Viertelfinal haben und dann die Badehose packen.