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Sonntag, 20. März 2016

Playoff HF 2: SC Bern - HC Davos 2:1

Hat dieses Team uns wirklich 50 Runden lang die Seegurke ins Gesäss gedrückt? War das wirklich dieses Team? Sind es die gleichen Spieler? Was ist passiert? Was essen die neuerdings? Oder trinken? Eigentlich ist es kaum zu fassen, aber da ich immer gut im Fassen war (ich war 10 Jahre Hockeygoalie und kriegte keinen einzigen Ofen, bis ich bermerkte, dass gar niemand gegen mich spielte), fass ich es halt jetzt. Ein aufwühlender, mit 3'000 Litern Herzblut und 3'000 Litern Schweiss geführter Kampf bringt uns also das 2:0 in der Serie. Das 2:1 war auf eine Art zu knapp, auf die andere Art hätte es halt auch doof laufen können, wie immer wenn ein Spiel knapp im Bitz rumfurzt. Aber wir hatten die Wand Stefan im Eck, wir hatten die Spieler, die erneut den Davosern auf den Füssen rumtraten. Am Donnerstag ertrugen sie es noch wie Männer, heute lagen die Nerven bereits etwas blanker, gut für uns. Es war ein verdienter Sieg, denn die Hammertorchancen waren fast nur auf unserer Seite. Alleine Kornacher hätte heute 21 Tore erzielen können, aber im Moment ist er ein Chancentod ohne Ende. Wie alben ich im Fussball. Aber dann kam ein Spiel wo ich 2 Tore schoss, als Aussensäger, da gab ich dann meinen Rücktritt mit 11 Jahren. Was ich sagen will: Kornacher, easy, das hängt Dir schon wieder an!

Also, das Startdrittel von uns war megastark, ästhetisch, gutaussehend, und, jetzt gut lesen, war spielerisch eine Wonne! Wir haben den Bündnern quasi gezeigt, was sonst ihre komischen Berge machen: wir lösten Lawine um Lawine auf ihr Tor aus. Ich gab Szenenapplaus, ich tobte, ich schrie wie eine Sirene als dann die Blume schoss und Schwerweh noch leicht ablenkte und Onkel Genoni seinen Fänger nicht im Eck hatte. Diese Führung tat gut, und wir marschierten weiter, eben, wie Duracell-Hasen. Genau einmal hatten wir Davos nicht im Griff, da wurde dann der Marcel Wiesel gelegt und es gab Penalty. Uha. Aber doch nicht gegen Stefan im Eck, er parierte souverän. Ein 1:1 wäre alledings auch ein Witz gewesen, wir hätten dieses Drittel deutlicher gewinnen müssen. Aber der Leon ist halt auch ein guter Goalie, der hielt Davos im Spiel ohne Ende.

Im zweiten Drittel ging es ebenfalls flott los. Simon der Du bist Moser schoss uns mit einem feinen Trick zum 2:0, was bebte da die Playoff-Höllenhalle! Alle fanden es witzig, nur der Arno nicht. Sofort zog er sein Timeout und siehe da, die Püntler hatten jetzt umgestellt. Nun fetzten sie die Pässe riskant mit Tempo an unsere blaue Linie, nun wackelten wir zwar nur leicht, aber konstant. Larsschnitte reagierte ebenfalls und timte das out. Danach waren wir wieder etwas gefestigt, aber der Schwung des ersten Drittels war etwas weg. War aber auch klar, Davos krampfte sich irgendwie wieder hoch und versuchte alles.

Das letzte Drittel war erstemals ziemlich beruhigend, Davos kam nicht an unseren Fusstretern vorbei. Aber, da halte ich meinen unheimlich ästhetischen Mahnfinger in die Höhe, mir wurde es etwas zu "ja kein Gegentor auch wenn wir Powerplay spielen"-artig. Sicher, Davos ist gut in den Kurzhand-Toren, aber eine 5:3-Überzahl müsste dazu gebraucht werden, um die Entscheidung zu holen. Nichts wars. Aber nicht das wir etwa schlecht waren, nein, wir versiebten auch da wieder Torchancen ohne Ende, eben, der Kornacher, dann aber auch Kreis ... aber unser nächster Goalie hielt ebenfalls sensationell. Dann kam eben der Scheissdreck 3 Minuten vor Schluss oder so, das Gegentor. Heinz Kurve schoss es oder so. Es nervte. Denn jetzt zitterte man doch noch, obschon man nie ins Zittern hätte kommen dürfen. Aber Stefan im Eck machte wieder total auf Wand, es blieb bei diesem geilen Sieg, was für abartig geile Playoffs dürfen wir denn dieses Jahr erleben?

Also, die halbe Miete haben wir. Ebenso ist klar, das Davos Mühe mit unseren Spiel hat, einzelne Akteure zeigen bereits etwas zuviel Nerven wie ich finde. Bei Forster ist es normal dass er dann ausrastet, dass sind aber nicht die Nerven, das sind die zwei grauen Zellen im Schädel, die halt meistens irgendwann einen Kurzschluss haben weil die eine Zelle befiehlt "Geh gageln", die andere jedoch sagt "iss was". Nun gut, sein Problem. Wir haben das Break bestätigt, um mehr geht es im Moment nicht. Basta.

Freitag, 18. März 2016

Adrenalin ist herrlich - zumindest ab und zu ...

Ja, das war ein weiterer glorreicher Sieg gestern in der fast leeren Vaillant Arena (wie kann man in einem Halbfinal-Heimspiel die Hütte nicht voll haben??). Allerdings, das ist klar, haben wir mal ein schnuckeliges Fundament gelegt, mehr nicht. Wir dürfen noch nicht mal an das Parterre denken geschweige denn an den ersten Stock - denn der HCD wird eine grobe Dosis Arbeit unserseits benötigen, damit er gebodigt werden kann. Gesten war ein reines Adrenalin-Spiel, deshalb auch die süsse Photo der chemischen Zusammensetzung des geilmachenden Hormons. Es sieht auf den ersten Blick aus wie ein Anfeuerungsruf von Langnau (Ho-Ho- ... ihr kennt es), aber die wahren Chemiker unter uns wissen natürlich, dass das chemische Elemente sind. Dieses Hormon schoss einem gestern wie ein Wasserfall durch die Adern, es war schier unerträglich, das Spiel zu verfolgen.

Zwei Drittel lang haben wir einen Topjob gemacht, die Bündner auf dem ganzen Spielfeld attackiert, ihnen kaum Raum gelassen, um dann bei Spielmitte erbarmungslos zuzuschlagen. Nach 40 Minuten führten wir in der Höhle der Murmeltiere mit 4:1 uns alles schien geritzt. Doch dann folgten katastrophale 20 Minuten. Wir wurden passiv, standen zu weit vom Gegner weg, verloren zu oft die Übersicht und kassierten saudumme Strafen. Die Quittung der Davoser kam sofort. Wumm, dann wumm und dann nochmals wumm - schon stand es 4:4. Das darf Dir eigentlich niemals passieren in einem Playoffspiel, da kam irgendwie das "alte" SCB-Gesicht zum Vorschein. Wir hatten zu Beginn des Drittels eine Überzahlsituation, da hätte man energisch das fünfte Tor suchen müssen, aber wir geigten durch den Bitz als hätten wir einen steinigen Bock unter dem Rock. Das unsere Blume bei der Aufholjagd nicht glücklich aussah sei ihm verziehen, er hat wochenlang nicht mehr gespielt und wegen dem Ausfall von Helebardenling wurde der flotte Bursche für meine Begriffe dann schon fast zu extrem forciert. Zum Schuss kam es dann ja trotzdem noch gut, auch weil wir in der Verlängerung wieder gut spielten und den Sieg auf keinen Fall geklaut haben.

Freude hatte ich, neben der Teamleistung, gestern ganz speziell an Justin Blumenkohl. Mein Gott war das ein Fighter, ein Warrior, eine Kamikaze. Der war immer zur Stelle wenn es Haber gab. Das hat mir sehr imponiert. So kann man ihn brauchen, so ist er wichtig! Daneben war Trüffelnacht stark, der hat wieder Scheiben ausgegraben, seine Vorfahren waren sicher irgendwie Goldgräber oder so. Auch verbal sengte er wieder im Bitz umher, herrlich zum Anschauen! Aber eben, das waren nur zwei Beispiele von allen, die 47 Minuten lang geiles Eishockey gespielt haben. Spekulieren will ich über den Ausgang der Serie natürlich nicht, aber ich weiss, dass es morgen in der heiligen Halle krachen wird, bis die Balken sich biegen. Sie haben ihre Reizfiguren, wir haben unsere Reizfiguren, das wird hässig und hektisch, mit Garantie. Forster, der entgegen den doofen Gerüchten (Einzeller) 2 Zellen besitzt (1 fürs Foulen, 1 für Toillette spülen) wird wohl morgen sich nicht mehr so aufführen können, ohne das es gerächt wird. Aber ist auch gut so. Packen wir es einfach an, wir sind fähig den HCD in die Schranken zu weisen, auch wenn Studio Lutschenbach in Zürich fast Heulkrämpfe hat, wenn die Davoser in Rückstand sind. Ich mag das, wenn alle gegen Dich sind. Es macht Dich nur stärker!

Ein Wort noch zur anderen Serie: Die Senfer haben quasi den Lugagel in die Windeln gekriegt. Für mich war die Deutlichkeit des Sieges überraschend. Die Senfer lagen in den letzten Jahren den Rakkazis überhaupt nicht, aber so wie es scheint hat die Dogge Schredder auch hier gute Arbeit geleistet. Umso mehr macht mir unsere Nati Angst wenn ich mir vorstelle, dass Ex-Lugano-Coach Fischer mit dieser Mannschaft 2 Jahre lang den reinen Müll abgeliefert hat - nun gut. Auch dort also gleich ein Break, ich bin mal gespannt, wie und warum und ob Genf nun zurückschlägt.

Die Halbfinals sind seit gestern massiv lanciert - geniessen wir jeden Moment in der bumsvollen Halle. Und bestätigen wir doch einfach das Break. So wie alben der Rotscher Federer ausser wenn er gegen Zoggelwitsch spielt. Uha. Und falls jemand heute ab 17 Uhr Canal 3 hört, wird mich da live röhren hören. Das Live-Interview wird speziell sein, da man da nur in Latex-Hosen reden darf.

Donnerstag, 17. März 2016

Playoff HF 1: HC Davos - SC Bern 4:5 nV

Also, mir hat Davos heute imponiert. 2 Drittel spielten sie wie gemurmelte Steinbocklöcher, um dann im letzten Drittel alles zu geben und unsere verdiente 4:1-Führung auszugleichen. Ich gebe es zu, ich habe fast geweint. Aber nur fast. Und als alles für den HC Gagelmoos gesprochen hat und es in die Verlängerung ging, schlugen wir wie üblich eiskalt zu. Der 5:4-Sieg war völlig verdient, denn wir haben Drittel 1 und 2 sehr gut gespielt, in Drittel drei waren wir wie flüssige Steinbockscheisse, aber in der Verlängerung spielte dann nur noch unser Götterklub. Uha uha uha. Schon wieder ein Break, wir breaken im Moment verreckter als wenn wir jedes Break noch extra in der Kabine breaken würden damit es ein geiles Break wird. Wir führen in dieser Serie, dieser erste Match war sehr aufschlussreich für mich. Also, wenn wir unser Spiel spielen können, dann sieht Davos aus wie frisch gekifft. Das hat mir Mut gemacht. Wenn wir aber Davos kommen lassen, sehen wir innert Sekunden aus wie frisch gegalte Steinpilze. Nun gut, schlussendlich kommt dann die Schlussabrechnung, und da steht halt jetzt einfach ein Auswärtssieg in den Geschichtsbüchern, der Rest interessiert bereits jetzt keine Sau mehr, doch, vielleicht ein Grännikopf aus dem Steinbock-Land, Wolfsmörder elende, wer die Tiere nicht ehrt braucht sowas auch nicht auf dem Wappen ihr Söie. Wir schiessen hier keine Bären, OK, es gibt keine, aber es geht ums Prinzip ihr Wursteggen-Bündernfürze. Das ausgerechnet das fahrende Anus Pickelhart mit seinem Riesenfehler uns den Sieg ermöglichte, war dann einfach noch die Krönung. Entschuldigt mich, ich bin wirr, ich bin Batschklatsch, in den Playoffs saufe ich halt aus Nervosität. Ist so, bleibt so, wird sich nie ändern.

Also, im Gegensatz zu den Auftritten beim Z, waren wir heute von der ersten Sekunde an ebenbürtig. Davos wollte, konnte aber nicht, so wie ein Impo-Hugo bei einer Edelnutte. Bezahlt ist, aber der Hammer hängt wie die Zunge von Arno. Das Drittel von uns war richtig gut, wir agierten, wir hatten sie nicht schlecht im Griff, wir wurden sogar mutig und knallten dem Magic-Tschenoni einen absolut unhaltbaren Ofen (muss ich so schreiben weil er ja nächstes Jahr bei uns ist!)  zur 1:0-Führung in die Krätze. Es war der Derek John Bon Longjohn Bigdick Roy der uns nach herrlicher Vorarbeit vom unter dem Sand arbeitenden Untersander in Führung schoss. Verdient. Denn wir waren in diesem Drittel die bessere Mannschaft. Daran ändete auch nichts, dass die Einzeller von Davos (Forster darf sich nie gegen Grippe impfen da er sonst selber abstirbt) nun auf Terror spielten. Unglaublich was sie vor ihrem Tor boxen durften, ohne richtig bestraft zu werden. Aber wir wollen ja nicht leiern, ist normal im Bergziegenkaffpufffürwolfsmöder-Dorf. Das Drittel machte Mut.

Im zweiten Drittel verloren wir kurz den Faden, so wie Hannelore wenn sie den Tampon wechseln will und einfach nichts mehr finden, woran man rupfen kann. Doof und unangenehm, ausser man ist solo. Uha. Davos konnte glücklich ausgleichen, ein Scheissofen, der aber unsere Kräfte dann endgültig freischaufelte. Nach dem Ausgleich fingen wir uns wieder, erneut Dirk Longdick Bon Roy schoss uns nach einem tollen Konter mit 300 Gramm Glück zur erneuten Führung. Davos wankte jetzt, aber sie fielen noch nicht richtig, aber immerhin konnte der alte Hügel uns nach einem Katastophenfehler der Püntler uns sogar mit 3:1 in Fürhrung bomben. Absolut unhaltbar (ihr wisst warum ich das schreibe) natürlich. Und Trüffelnacht, der herrliche Provokateur, der gemässigte Amokläufer, der jeden Gegenspieler in den Wahnsinn treibt, schoss uns dann sogar zum 4:1. Ich tobte, ich soff, ich röhrte, ich rannte im Slip durch den Garten, was für ein geiles Drittel.

Aber dann sollte das Elend über uns brechen. Die hohe Führung war offenbar wie das Nacktbild einer scheissenden Kuh für unsere sexorienteren Boys. Nun ging gar nichts mehr. Das Drittel war sowas von mies, ich mag eigentlich gar nicht darüber gross schreiben. Ein Shorthander, ein Scheissambühlanalsolo und ein beschissenes Tor brachte den HCD tatsächlich auf 4:4 heran. Mein Alk im Blut gefror fast, weil der HCD dann noch unsägliche Powerplay-Chancen hatte. Aber irgendwie retteten wir uns noch in die Verlängerung. Irgendwie. Kurze Frage noch: Wenn HCD-Muschis reklamieren gibt es 10 Minuten, die der Mannschaft nicht schaden. Wenn Blum reklamiert, gibt es dann 2 Minuten, die der Mannschaft schaden. Gibt es da eine Regel, also so "wenn man in einer Fremdsprache beleidigt die der Schiri nicht versteht gibt es 10 Minuten, wenn aber einer Schweizerdeutsch redet, dann gibts 2 Minuten" oder so? Egal.

Die Verlängerung war dann von uns schlicht Weltklasse. Wir waren die klar bessere Mannschaft, auch weil die Wiesers unglücklicherwiese in der Garderobe zum ersten Mal einen Spiegel gesehen haben, wir hatten Zug aufs Tor, und eben, der beschissen Piggerhart (nie vergesse ich seine Scheiss-Schauspieleinlagen bei Genf gegen uns, Sauhund elender) versagte dann nicht nur im Bett, nein, sein arroganter Analpass wurde von uns abgefangen, der junge Hügel schoss absolut unhaltbar (ja, ich muss es schreiben) uns zur Führung in der Serie. So geil. So normal. Wir gewinnen alles. Yes.

3 Drittel waren gut. 1 Drittel war der komplette Müll. Also haben wir noch herrlich viel Arbeit vor uns. Denn Davos wird am Samstag alles versuchen. Ich hoffe Helbling kommt zurück, denn dem verhinderten Chuck Norris aka Forster gehört die Fresse mal richtig gut poliert. Übrigens: er hat heute Kruegers Tee angerichtet? Ich will das Rezept, aber sofort. Gott war der drauf heute!

Mittwoch, 16. März 2016

Das Halbfinal-Orakel

Ja, es hat etwas gedauert, aber was spät kommt, kommt dafür nicht zu früh. Das ist das Motto auch von Siglinde Bausch, Ureinwohnerin Davos. Wie immer ging ich ohne Erwartungen an den Orakel-Tisch, wie immer war der Hockeygott dabei und hat sein Machtwort gesprochen. Es kommt gut!

Halbfinal Orakel

Hardboiled SCB blättert im Geschichtsbuch: Der HC Davos von A-Z

Ja, alle Hardboiled SCB-Leser wissen, dass sie nie vergebens auf die wohl beste und frechste und schönste und niedlichste und potenteste Hockeyseite der Schweiz kommen. Während viele Käseblätter sich mit üblichen langweiligen pomadigen Prognosen mal für mal lächerlich machen, ist bei mir eben alles mit sehr sehr sehr sehr viel Grundwissen auch über die Gegner bestückt. Heute, und das ist ja fast klar, beschäftige ich mich mit dem HC Davos, unserem Halbfinal-Gegner. Wer sind die genau, warum gibt es sie, wieso sehen sie so anders aus? Frage über Frage, die ich Euch alle beantworten werde!

Also, gegründet wurde der HC Davos 1921. Genauer gesagt wurde der HCD mit der Geburt von Arno del Curto gegründet. Arnos Mutter schaffte es nicht mehr ganz ins Krankenhaus, weshalb sie auf einer offenen Eisfläche gebären musste. Flutsch flutsch und Arno war draussen, die eilig herbeigerufene Hebamme machte einen Topjob, eine sogenannte Transition-Geburt, schon damals mit viel Tempo. Arno wollte sich bei der Hebamme bereits bedanken und ihr die Favoritenrolle zuschieben, da er noch keine Zähne hatte, tönte das He-bamm-e dann aber eher wie Ha-Ze-De. So hatten die Bergmenschen also gleich den Namen für den Klub. Da Arno wie jedes Baby dann seine Blase leeren musste (in der Fruchtblase ist ja absolutes Pinkelverbot) färbte sich das bläuliche Eis unter ihnen leicht gelb, die Klubfarben waren ebenfalls geboren.

Der HCD startete dann unglaublich erfolgreich in die Schweizer Meisterschaft. Bereits 1948 waren sie 20 Mal Schweizer Meister geworden. Das tönt imposant, aber man muss es natürlich relativieren. Die ersten 10 Meistertitel holten sie, als es noch keine Gegner gab und sie sich selber schlugen, die nächsten 10 Meistertitel holten sie, als alle anderen Ortschaften ihre Männer für die Grenzsicherungen ans Militär abgegeben hatten. Da aber schon zu dieser Zeit fast die gesamte Einwohnerschaft von Davos dauernd bekifft war, verzichtete die Armee auf ein Aufgebot. Danach wurde die Konkurrenz aber stärker, so dass der HCD seit 1948 nur noch 11 Meistertitel einspielte (Wir holten in dieser Zeit ja 13 Stück). Nichts desto Trotz ist der HCD ein Urgestein unseres Hockeys, ein Traditionsklub mit einer immensen Ausstrahlung. Wohl jeder hat in der Familie einen doofen Onkel der in der Altjahreswoche SRF einschaltet und den HCD unterstützt, obschon er von Hockey gar keine Ahnung hat. Aber egal, nur so kann der Bergverein überleben, die Popularität in der ganze Schweiz musste für sie einfach sein. Denn mit 11'000 Einwohnern wäre es sonst unglaublich schwer, einen NLA-Klub zu tragen.

Die besten Zuschauerzahlen hat der HCD (nebst dem Spenglercup) immer dann, wenn Holland Skiferien hat. Das ganze Dorf ist dann voller Haschis aus Holland, die eine Saugaudi im Dorf haben. Erst landen sie in Chloten (heisst auf holländisch: Hoden), nach dem Lachkrampf ab dem Flughafen fahren sie dann in die Berge, kiffen sich die Rübe grün, fahren Ski wie ein Steinadler mit Gallensteinen, um dann am Abend an die Aprés-Skiparty in die Vaillant Arena zu stechen, wir kennen es, "eja-eja-ho" und "Hände zum Himmel" und so weiter und so fort. Deshalb hat man übrigens oft das Gefühl, Bünderdeutsch nicht zu verstehen, nein nein, eben, Du hast wahrscheinlich mit einem Holländer geredet.

Der HCD ist gegen uns klarer Favort, sie haben sich zu Playoff-Maschinen entwickelt, aber unbesiegbar sind sie höchstens für die Finanznulpen aus Hoden bzw. Kloten. Ihre Abwehr kann man unter Druck setzten, ihre Angriffe kann man bremsen. Man muss 60 Minuten ihr Spiel verderben, dann kann es was werden. Und eventuell haben wir auf dem Goalieposten einen Vorteil, den Genoni möchte schon so lange so gerne zu uns kommen, der will die Saison sicher rasch beenden für Davos. Uha.

Wer übrigens schon jetzt Hockeygeil ist, kann heute um 20.00 Uhr in unserer Heiligen Halle die Elita A Junioren bei ihrem ersten Finalspiel gegen die unsäglichen GCK Lions unterstützen gehen. Die Jungs haben es verdient und Bier trinken kann man auch da! Yes!