Es war ein hochstehender, dramatischer Match. Nach 60 Minuten war unentschieden ohne Ende, das Bier pimperte nur so durch die Kehle, der Puls war auf 400. Die Verlängerung brachte auch keinen Sieger, so dass das leide Penaltyschiessen entscheiden musste. Olausson, der eiskalte, coole, attraktive, leicht verlebte Herr, lief etwas überraschend an. Wenn er traf, dann war der Sieg unser. Schaut selber, Kult!
Mittwoch, 7. Mai 2014
Olausson mit einem uns zum Toben bringenden Penalty
Es war ein hochstehender, dramatischer Match. Nach 60 Minuten war unentschieden ohne Ende, das Bier pimperte nur so durch die Kehle, der Puls war auf 400. Die Verlängerung brachte auch keinen Sieger, so dass das leide Penaltyschiessen entscheiden musste. Olausson, der eiskalte, coole, attraktive, leicht verlebte Herr, lief etwas überraschend an. Wenn er traf, dann war der Sieg unser. Schaut selber, Kult!
Dienstag, 6. Mai 2014
Biografie - Kapitel 4.1
Wenn ein Pizza-Hut evakuiert werden muss
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| Nie am Fenster essen, hört ihr?! |
Das war im Jahr 1989. Der SCB hatte in der Saison 1988/89 ja völlig überraschend das übermächtige Lugano vom Thron gestossen (Bilder dazu findet ihr im Nostalgie-Album). Als Belohnung winkte nun das Europacup-Turnier in Düsseldorf. In der Altjahreswoche. Uha. BG war mit einem eigenen Car logischerweise am Start. Die Cars setzten sich immer zusammen aus BG-Leuten, den Red Devils und unseren geliebten Oberländern. Die Sektion Interlaken hatte die gleichen Hobbies wie wir: trinken, leiern und SCB. Also rein in den Car! Die Red Devils waren ebenfalls auf dieser Wellenlänge, zudem waren sie allzeit bereit wenn es gröbere Probleme gab. Hust. So war es halt.
Es war eine Kultfahrt. Die Stimmung natürlich hervorragend. In Düsseldorf angekommen wurden wir in ein Hotel einquartiert, über dieses Hotel wird es auch noch eine Story geben. Da Düsseldorf eine der genialsten Städte ist für Trink-Partys ist (unzählige Kneipen in der Altstadt, herrliches Altbier zum runtermähen, überall geiler Sound in den Spunten), sammelte man sich in den spielfreien Zeiten logischerweise dort, wo die Post abgeht. Bereits am Nachmittag sah man hunderte von lallenden SCB-Fans in der Altstadt, es waren Bilder die man niemals vergisst. Aber in Düsseldorf eckt man mit dem nicht an, es kamen keine Kastenwagen die einem verhaften wollten. Nein, Düsseldorf toleriert freudig trinkende Jungs und Mädels. Das machte diese Stadt so speziell. Mir blieb speziell die "Auberge" und die "Zille" in Erinnerung, wirklich herrliche Spunten!
Oft stand man auch einfach auf der Gasse, man wurde sogar dort bedient, es war wie im Schlaraffenland. Genau vis-a-vis der "Auberge" befand sich ein Pizza-Hut. Der hatte eine grosse Fensterfront mit einer Ess-Bar, die Leute sassen also quasi mit bestem Blick auf uns beim Vertilgen ihrer 2000 kcal fester Nahrung. Wir bemerkten diese Leute aber gar nicht, weil wir klatsch waren wie Pappe. Ernährt haben wir uns mehrheitlich von Schweinebroten und Hot-Dogs, die es ebenfalls auf der Gasse zu kaufen gab.
Der grosse Auftritt hatte dann Bero. Er spürte den Alk wie alle, musste dann aber mal seine Blase leeren. In eine Beiz wollte er nicht, da er den Weg zu weit fand. OK, ist noch eine nachvollziehbare Überlegung. Ich persönlich hätte die Beiz gewählt, ich bin nicht Fan vom unkontrolliertem Gassenpinkeln. Aber Bero ist halt da anders gestrickt. Er latschte ab, suchte irgendwie eine Ecke, fand aber keine die ihm passte. Ich verlor ihn kurz aus den Augen, sah dann plötzlich wie im Pizza-Hut Tumulte ausbrachen. Leute hasteten von der verglasten Fensterfront weg, hielten ihren Kindern die Augen zu, liessen ihr Essen stehen. Ich fokussierte meine besoffenen Augen nun genauer. Innen die Panik und die Flucht, aussen - halt, das gibts doch nicht. Bero stand da, in der typischen "ich bin gerade am Pinkeln"-Stellung, leicht nach hinten gebeugt, er hatte sich als Örtchen die Fensterfront des Pizza-Hut's gewählt wo essende Leute einfach gerade mal 30 cm Distanz hatten mit freiem Blick auf sein tun. Was für ein herrlicher Skandal, als er abgeschüttelt hatte und alles wieder in den Hosen baumelte, war die Fensterfront aber sowas von leer, einfach ein paar Angestellte mit kindischen Pizza-Hut-Uniformen starrten entsetzt auf Bero. Der liess sich aber werder stören noch zeigte er Scham, absolut imponierend. Ein Vorbild für alle Gripen-Gegner!
Die Frage ist jetzt natürlich, warum die Leute so geflüchtet sind, denn eigentlich hat er ja was natürliches gemacht. War es seine Riesenschlange, die Panik verstreut hat? Seine Unterhosen aus Polyester? Ich rätsle noch heute an dem herum.
Lest im nächsten Kapitel: Wenn die Hotelparty alle lustig finden, nur das Hotel nicht (Bäregrabe)
Montag, 5. Mai 2014
Biografie - Kapitel 4
Exzess, Absturz, geile
Leute: Die Partys mit Bäregrabe (1990 - 2002)
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| Geiles Logo |
Das Problem in dieser
Zeit waren effektiv die Auswärtsspiele. Mit dem PW ödete etwas an, in den
offiziellen Fan-Cars hatte es zwar auch gute Leute, aber man konnte die
Arschkarte ziehen und einen ganz elenden Car erwischen. So sass ich zum
Beispiel mal artig auf meinem Sitz, befummelte herzig Moge, trank ein Bier. Der
Vordermann starrte mich plötzlich durch seine Hornbrille penetrant an. Ohne
Worte. Das wiederholte er alle 5 Minuten. Am Anfang war es noch amüsant, danach
erinnerte man sich an Filme wie „Psycho“ oder „Freitag der Dreizehnte“. Es gab
dauernd solche Gnoms. Meine Freundin Moge war es dann, die mich in die schönste
und schlimmste Absturz-Zeit einführte: durch einen Kollegen, genannt Hüsi,
kriegte sie das Angebot, doch mal mit einem etwas anderen Fanclub mitzufahren. Es
handelte sich um den eben erst gegründeten Kultfanclub „Bäregrabe“.
Also trudelten wir an
diesem Samstag auf die Allmend. Und wirklich, ein Car stand da bereit. Top.
Mein Näherkommen sah man geschäftige Leute, die alle damit beschäftigt waren,
Bier-Harasse um Bier-Harasse in die Gepäck-Slots des Cars zu hebeln. Das war
schon einmal ein sympathischer erster Eindruck. Dann wurden wir von Hüsi
begrüsst, er sagte wir sollen doch einsteigen, er habe uns oben einen Sitz reserviert.
Also, hoch im Doppelstöcker, mein Gott, wir brauchten fast 20 Minuten. Nicht
weil uns alle begrüssten, nein, der Rauch war so dick dass man seine Hand nicht
mehr vor den Genitalien sah. Alle pafften, alle waren bereits vor der Abfahrt
am Saufen, es wurde immer sympathischer in diesem Car! Dazu dröhnte Heavy Metal
aus den Boxen, es war wie im Paradies.
Auf der Fahrt lernte man
dann die Jungs und Mädels kennen, man beschupperte sich quasi, ich war froh
hatte Moge vorher noch geduscht. Es waren ausnahmslos gute Jungs und Mädels im
Car, logo, sie waren alle aus hartem Holz geschnitzt, denn zartbesaitete
Mitmenschen wären nach 300 Meter Carfahrt bereits eingegangen. Der Humor war
derb, das Bier kalt, die Mitfahrer und Mitfahrerinnen willig – den Partys stand
nichts mehr im Weg.
Diese Carfahrt löste bei
mir geile Gefühle aus. Endlich unter Gleichgesinnten, endlich hatten alle den
gleichen Humor, endlich soffen alle ziemlich tolle Mengen Bier, endlich hörten
alle herrliche Gringhuddler-Musik. Die Party im Car war schlicht Weltklasse, am
Match ging es so weiter, auf der Heimfahrt wurde das Ganze noch gesteigert.
Diese Carfahrt brachte mich in den wildesten Fanclub ein. Ich lebte danach 12
Jahre mehr oder weniger nur noch mit SCB-Blut, alles andere im Leben war
zweitrangig geworden. 12 Jahre lang Party, Exzesse und Abstürze, eine lange
Zeit. Es war auch die Zeit, wo effektiv jedes Spiel Programm war, am Dienstag
auf Davos, egal, abtrinken und am Mittwoch noch halb besoffen arbeiten gehen – Kult.
Skandale gab es pro
Minute 5, es gäbe genug Geschichten um 500 Bücher zu füllen. Hier werden ein
paar Geschichten kommen, in den nächsten Kapiteln. Es werden alles Geschichten
sein, die ich selber als Augenzeuge erlebt habe oder als Hauptperson involviert
war. Keine „habe gehört“-Geschichten. Als erste Einführung kriegt ihr hier zwei
Kurzgeschichten, damit empfindliche Leute dann die nächsten Kapitel
überspringen können wenn es sie schon ab dem fast überstellt.
Also, für mich einer der
Burner war mal in Düsseldorf. Europacup. In dieser Trinkerstadt waren alle am
Trinken, logo. Auch Oscu. Oscu wurde dann spitz, ist ja auch normal im Alk.
Doch Oscu hatte seine Freundin dabei. Oscu hatte aber Lust auf anderes Fleisch.
Ja das war etwas heikel. Doch Oscu war unglaublich cool, er ging an den
Bahndamm zu Düsseldorf. Dort hat Damen die für Geld … ihr wisst schon. Seine
Freundin hat das aber dann logischerweise mitgekriegt, konnte es aber nicht
mehr verhindern. Ui ui ui, da war dicke Luft in der Spunte „Auberge“. Nach 60
Minuten kam Oscu mit roten Backen zurück. Seine Freundin stampfte wie ein
Dampfkochtopf auf ihn zu, sie stelle ihn knallhart zur Rede und wir hörten alle
zu. So geil. Sie sagte „Und??“. Ihr Fuss klopfte auf den Boden, die Arme
seitlich in die Hüfte gestützt. „Wie war‘s? Hast Du wenigstens gut abgespritzt?“.
Uha, dachten wir, was will er jetzt denn auf das antworten der Oscu, brutal.
Doch Oscu blieb kuhl wie die kuhlste Kuh von Kuhlingen. Er antwortete: „Weiss
nicht, hatte Gummi an.“. So baff war ich noch nie in meinem Leben. Auch seine
Freundin nicht. Die stand dann ungefähr 3 Tage in einer Schockstarre. Als sie
erwachte, hat sie sich mit Oscu versöhnt. Das ist eben noch wahre Liebe!
Abschliessen möchte ich
noch mit dem Gotthard-Schmui. War ebenfalls Kult. Jedesmals wenn man in
Richtung Afrika reiste, musste man ja durch diesen analartigen Tunnel fahren.
Auf der Höhe Luzern fing dann ein emsiges Treiben an. Eine Doppelseite einer
Zeitung wurde mit kiloweise Tabak und „noch sonst so Zeug gefüllt das einem
Lachflash’s und so geben kann“. Das imposante Ding, ungefähr 5 kg schwer und 50
cm lang, wurde dann effektiv im Gotthard angezündet und eingeraucht. War das
ein Geruch in dem Car, es war als hätte Bob Marley persönlich ausgeatmet. Auch
wenn Du kein Kiffer warst, hattest Du einen Flash im Schädel ohne Ende. Aber so
war BG – einer für alle, alle für einen.
Lest im nächsten Kapitel:
Wenn ein Pizza-Hut evakuiert werden muss (Bäregrabe)
Sonntag, 4. Mai 2014
Furzkopf der Woche - Das Älterwerden
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| Von rechts nach links: Metropolit, seine Frau und weitere Spielerdamen |
Schaut man auf die Spielerfrauen, sieht man auch bereits deutliche Zeichen, wie es um eine Mannschaft steht. Bei uns kann sich jeder das Seine dazu denken, das Foto wurde letzte Saison in der von uns souverän gewonnen Abschiedsrunde geschossen. Da sieht vielleicht nicht mehr so knackig frisch aus wie im Strippladen Wackelbrust, aber es ist die Realität.
Doch nun Achtung, jetzt kommt ein legendärer Turnaround wie ich ihn noch selten gemacht habe, vor allem nicht in einem Furzkopf der Woche: MANN IST DAS EGAL! Wir haben nicht wegen "alten" Spielern alles vergeigt. Wir haben vergeigt, weil das ganze Team total alles verschlürft hat. Und wenn wir einen Transfer machen von einem 34-jährigen Mann? EGAL! Entweder zeigt er Leistung oder dann halt nicht, es ist keine Frage des Alters.
Ich habe mich sehr kritisch im Spiegel betrachtet, so CSI-mässig mit DNA-Proben. Und wisst ihr was? Mit dem Alter kommt das wirklich Herrliche. Natürlich wird ein junger Bursche sich weniger Verletzen wenn wir ohne Fallschirm aus 3000 Meter abspringen. Spielt aber keine Rolle, da wir beide flachgeflundert sind und danach die Bodenhochzeit feiern. Jung ist gut, alt ist gut, man muss einfach weniger darüber nachdenken.
Damit wir gemeinsam uns aus depressiven Gedanken weghebeln, habe ich eine schon fast legendäre Idee: ich werde ein Album auf Hardboiled SCB eröffnen mit dem Titel "Nostalgie". Dort rein hämmern wir Fotos aus unserer SCB-Kinderzeit. So wie ich alte Tickets von einer netten Dame gekriegt habe. Ein netter Herr hat mir ebenfalls geiles Material geschickt. Ich habe auch noch geiles Material. Wir machen ein Album, ihr könnt Input (bzw. Pics) schicken. Einfach eine PM an Hardboiled SCB senden. Ich heble diese Fotos rein, ihr werdet sehen, es macht a) Spass und b) fühlt man sich knackig frisch weil man dann garantiert wieder an die Jugend denkt.
Schickt Eure Bilder, egal ob die von 1932 sind oder von 1997. Dein erster SCB-Schal, deine erste Freundin die Du wegen dem SCB abgehängt hast, die Dame kann ein Pic schicken vor ihrem ersten SCB-BH, egal, alles wird genommen, Souvernirs, selbergemachte Posters, selbergemachte Alben. Vielleicht bist Du ja älter als die Stadt Bern, egal, dann schick Napoleon mit Pferd, wir basteln uns ein geiles Album mit herrlichen Aufnahmen!
Den Furzkopf gebe ich mir, weil ich erst im Mai 2014 diese Idee habe. Das wird ein guter Zeitvertreib in dieser Zeit ohne den schönsten Sport der Welt!
Freitag, 2. Mai 2014
Biografie - Kapitel 3
Die Lehrjahre als SCB-Gnom (1979 -1989)
Und weiter geht es! Seit ihr fit genug für ein weiteres Kapitel dieser nobelpreisverdächtigen Biografie? Gut. Denn nun kommt eine hochinteressante Phase, es waren quasi meine Lehrjahre als selbstständiger SCB-Fan. Nachdem ich aus der Schule entlassen wurde, trat ich wie alle braven Bürger in das Berufsleben ein. Ich verdiente, wenn auch wenig, in der Lehre meine ersten Kohlen. Also bestellte ich mir sogleich mein erstes Abi. Und, das war dann eher peinlich, ich hatte endlich Geld für meine Fan-Ausrüstung. Ich kaufte mir unsägliche SCB-Moon-Boots , darin sah man aus wie ein Astronaut mit einem Wolf am Sack. Dann zwei Pulswärmer, eine Verwandte lismete mir noch Stülpen und einen Pulli. Im Shop wurde noch ein Perret gekauft, dann das Halstuch von meiner Mutter. Alles gut und recht. OK; meine Mutter hatte anstatt dem satten SCB-Gelb ein Zitronengelb eingelismet, aber wir sind ja nicht kleinlich. Ich sah in Vollmontur aus wie ein explodierter Papagei ohne Eier. Ich danke der ganzen Welt, dass von dieser Zeit kein Foto existiert.
Nun trank ich auch stolz vor jedem Spiel eine Flasche Bier. Ich fühlte mich nun unheimlich männlich, auch wenn ich angezogen war wie ein Spielgruppen-Esel. Dann trat noch meine erste Freundin in mein Leben, nennen wir sie Dost. Ich sah sie zum ersten Mal in einer Langnauer-Fan-Kleidung, kurz darauf ist sie zum SCB konvertiert, jaja, auch wegen mir. Die Spiele hatten nun eine neue Dimension erhalten. Ich stand mitten in der Stehrampe, tobte ab wie die Grossen und hatte eine Freundin neben mir. Ihr kennt es ja, man macht dann diese herrlichen Spiele wie "bei jedem Tor stecken wir uns die Zunge in den Hals" und so weiter. Oder bei einem Iceing durfte ich ihr kurz und kräftig an den Hupen drücken. Man stelle sich diese neckischen Sachen in der letzten Saison vor ... bei unseren gefühlten 1200 Iceings pro Spiel ... die Dame hätte so blaue Hupen gehabt dass alle Leute meinten ein Krankenwagen läuft aus dem Stadion. Aber egal, es war eine sehr romantische Phase.
Weniger romantisch war dann mein erster selbständiger Auswärtsmatch. Ich hatte die Fahrprüfung bestanden und mir einen Corolla gekauft, in einer schicken Senffarbe, er sah etwa so aus wie das Abi auf dem Bild. Der SCB war ja inzwischen abgestiegen und es stand 1982 ein Spiel in La Chaux-de-Fonds an. Ich wollte dahin fahren, für das hatte ich ja die Prüfung gemacht. Ich schaute kurz vor der Abfahrt in meinen Atlas um die Ortschaft zu orten. Ach so, von Burgdorf über Bern und dann nach Chaux-de-Fonds, alles klar. Ich lud Dost ein und wir tuckerten los. Es gab noch keine Navis und die Karte liess ich leider Zuhause. Wer meinen Orientierungssinn kennt, der weiss was jetzt kommt: Auf der Autobahn in Bern suchte ich verzweifelt eine Richtungsangabe nach La Chaux-de-Fonds. Nichts. Mein Gesicht wurde immer röter, mein Hirn immer bleicher. Die Irrfahrt führte uns ungefähr 2 Stunden in und um Bern herum, doch ein Wegweiser war nicht zu finden. Um 19.00 Uhr waren wir wieder Zuhause in Burgdorf. Brutal bin ich gescheitert. Ich Wurst.
Sportlich war es mehr Tal als Berg in dieser Zeit. Der SCB stieg ab und dümpelte in der NLB herum. Dank meiner unsäglichen Rekrutenschule verpasse ich 2 Heimspiele, das verzeihe ich den Kriegstreibern nie. Ich habe seit 1978 genau 3 Heimspiele verpasst, 2 davon wegen der Achtungsstellung, ein Skandal. Ein anderes Mal heiratete meine Cousine in Italien, da kann man ja noch einen Schwamm drauf drücken. Genervt hat es aber auch. Aber eben, mein Fanatismus stieg, auch wenn der SCB in der B rumdümpelte. Die Zeit war fantastisch, die Auswärtsspiele erreichte ich nun auch, da ich nun eine Karte im Auto hatte. Leider folgte dann Beziiehungsstress, Meine Freundin verdoistinovte mich, sie tauschte mich ein gegen einen Tessiner ein. Ich war wieder solo. Nicht lange, denn dann trat die Moge in mein Leben. Die ersten wilden Partys waren nun auch an der Tagesordnung, ein SCB-Spiel endete in der Regel in den Morgenstunden mit einer weinenden Leber. Durch den Aufstieg am grünen Tisch war dann bald auch wieder NLA-Hockey in der Halle, das brachte mir dann den endgültigen Kick. Gekleidet war ich übrigens inzwischen wieder normal, der SCB muss bei mir einfach im Herz sein und nicht in 121 Kleidungsstücken.
Das einzige Problem war: Die Auswärtsspiele waren geil, doch mit der eigenen Karre war es mühsam da man nichts trinken konnte. Oder besser: sollte. In den offiziellen Cars war es mir stinklangweilig, nun gut, die eigene Karre wurde dann mit guten Jungs vollgestopft, so war auch etwas Car-Stimmung in meiner Senftube. Aber das war keine Lösung. Es war dann Moge, die mich in eine Organsitation brachte, die mir fast den Senkel pflaschte.
Lest im nächsten Kapitel: Exzess, Absturz, geile Leute: Die Partys mit Bäregrabe (1990 - 2002)
| Was für ein historisches Dokument! |
Nun trank ich auch stolz vor jedem Spiel eine Flasche Bier. Ich fühlte mich nun unheimlich männlich, auch wenn ich angezogen war wie ein Spielgruppen-Esel. Dann trat noch meine erste Freundin in mein Leben, nennen wir sie Dost. Ich sah sie zum ersten Mal in einer Langnauer-Fan-Kleidung, kurz darauf ist sie zum SCB konvertiert, jaja, auch wegen mir. Die Spiele hatten nun eine neue Dimension erhalten. Ich stand mitten in der Stehrampe, tobte ab wie die Grossen und hatte eine Freundin neben mir. Ihr kennt es ja, man macht dann diese herrlichen Spiele wie "bei jedem Tor stecken wir uns die Zunge in den Hals" und so weiter. Oder bei einem Iceing durfte ich ihr kurz und kräftig an den Hupen drücken. Man stelle sich diese neckischen Sachen in der letzten Saison vor ... bei unseren gefühlten 1200 Iceings pro Spiel ... die Dame hätte so blaue Hupen gehabt dass alle Leute meinten ein Krankenwagen läuft aus dem Stadion. Aber egal, es war eine sehr romantische Phase.
Weniger romantisch war dann mein erster selbständiger Auswärtsmatch. Ich hatte die Fahrprüfung bestanden und mir einen Corolla gekauft, in einer schicken Senffarbe, er sah etwa so aus wie das Abi auf dem Bild. Der SCB war ja inzwischen abgestiegen und es stand 1982 ein Spiel in La Chaux-de-Fonds an. Ich wollte dahin fahren, für das hatte ich ja die Prüfung gemacht. Ich schaute kurz vor der Abfahrt in meinen Atlas um die Ortschaft zu orten. Ach so, von Burgdorf über Bern und dann nach Chaux-de-Fonds, alles klar. Ich lud Dost ein und wir tuckerten los. Es gab noch keine Navis und die Karte liess ich leider Zuhause. Wer meinen Orientierungssinn kennt, der weiss was jetzt kommt: Auf der Autobahn in Bern suchte ich verzweifelt eine Richtungsangabe nach La Chaux-de-Fonds. Nichts. Mein Gesicht wurde immer röter, mein Hirn immer bleicher. Die Irrfahrt führte uns ungefähr 2 Stunden in und um Bern herum, doch ein Wegweiser war nicht zu finden. Um 19.00 Uhr waren wir wieder Zuhause in Burgdorf. Brutal bin ich gescheitert. Ich Wurst.
Sportlich war es mehr Tal als Berg in dieser Zeit. Der SCB stieg ab und dümpelte in der NLB herum. Dank meiner unsäglichen Rekrutenschule verpasse ich 2 Heimspiele, das verzeihe ich den Kriegstreibern nie. Ich habe seit 1978 genau 3 Heimspiele verpasst, 2 davon wegen der Achtungsstellung, ein Skandal. Ein anderes Mal heiratete meine Cousine in Italien, da kann man ja noch einen Schwamm drauf drücken. Genervt hat es aber auch. Aber eben, mein Fanatismus stieg, auch wenn der SCB in der B rumdümpelte. Die Zeit war fantastisch, die Auswärtsspiele erreichte ich nun auch, da ich nun eine Karte im Auto hatte. Leider folgte dann Beziiehungsstress, Meine Freundin verdoistinovte mich, sie tauschte mich ein gegen einen Tessiner ein. Ich war wieder solo. Nicht lange, denn dann trat die Moge in mein Leben. Die ersten wilden Partys waren nun auch an der Tagesordnung, ein SCB-Spiel endete in der Regel in den Morgenstunden mit einer weinenden Leber. Durch den Aufstieg am grünen Tisch war dann bald auch wieder NLA-Hockey in der Halle, das brachte mir dann den endgültigen Kick. Gekleidet war ich übrigens inzwischen wieder normal, der SCB muss bei mir einfach im Herz sein und nicht in 121 Kleidungsstücken.
Das einzige Problem war: Die Auswärtsspiele waren geil, doch mit der eigenen Karre war es mühsam da man nichts trinken konnte. Oder besser: sollte. In den offiziellen Cars war es mir stinklangweilig, nun gut, die eigene Karre wurde dann mit guten Jungs vollgestopft, so war auch etwas Car-Stimmung in meiner Senftube. Aber das war keine Lösung. Es war dann Moge, die mich in eine Organsitation brachte, die mir fast den Senkel pflaschte.
Lest im nächsten Kapitel: Exzess, Absturz, geile Leute: Die Partys mit Bäregrabe (1990 - 2002)
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