Google+ Hardboiled SCB: Furzkopf der Woche - Alle Puckstopper

Montag, 27. November 2017

Furzkopf der Woche - Alle Puckstopper

Ja, die 6 Punkte am Wochenende waren geil. Auch weil wir Gottéron ziemlich hoch geschlagen haben. Gegen Lausanne war es viel härter, aber auch dort kämpften wir uns zum Sieg. Speziell zu verdanken haben wir das natürlich dem Mason Raymond. War er schon vorher mit seiner Kampfkraft aufgefallen, schlug er nun ein wie eine Bombe. Von 13 Toren dieses Wochenendes gingen 6 Stück alleine auf sein Konto. Ein doppelter Hattrick. Selten gesehen. Es ist ihm so zu gönnen, weil er auch nicht gerade die auf Rosen gebettete Karriere erleben durfte. 

Es lief ja mal gar nicht so schlecht in der NHL (546 Spiele). Doch das Schicksal schlug zu, seine Frau erkrankte an der heimtückischen Borreliose. Irgend eine Scheisszecke hat sie mit dem infiziert. Das kann mühsam und sehr schmerzhaft werden. Zu diesem Zeitpunkt wurde Mason ins Farmteam geschoben. Das hätte geheissen, dass er auf den unsäglichen Auswärtstourneen lange nicht Zuhause gewesen wäre. Die fahren ja zum Teil mit Bus und Konsorte. Doch Mason entschied sich dagegen, da seine Frau seinen Support mehr brauchte, als ein Farmteam seine Rushes. Also spielte er nicht für die Farmer, logischerweise auch nicht mehr für Anaheim. Aber er entschied sich mit seinem Herzen für seine Frau ... Gänsehaut. Was für ein spezieller Mensch. Es gibt andere Charakterien, die hätten sich scheiden lassen oder so, weil doch die Karriere über alles geht. Oder eine südvietnamesiche Pflegerin engagiert. 

Nach dieser langen Pause konnte der SC Bern den Stürmer unter Vertrag nehmen. Eine Win-Win-Situation. Man kennt es, hier in der Schweiz hat man sein eigenes Bett unter dem Ohr, egal wo man gespielt hat. Er findet genug Zeit, um Karriere und Pflege unter einen Hut zu bringen. Ebenso wird es seiner Frau Kraft geben, wenn sie sieht, dass ihr Mann nun doch wieder seinen Beruf ausüben kann.

Soviel zu Masons Charakter. Aber jetzt geht es spieltechnisch weiter. Auffällig war, dass seine 6 Tore alles unheimlich herrliche Direktschüsse waren. Genau die Art Schüsse, die kein Torhüter so richtig liebt. Weil er keine Zeit hat, seine Position ideal zu verändern und eventuell den Winkel zu verkleinern. Mason beherrscht den Onetimer ohne Ende. Das hat mir imponiert ohne Ende. Schnell geschossen, aber sowas von präzise ... die hohe Schule eben.

Das ist eben der Unterschied von unseren Stürmern zu den grossnationigen Stürmern. Bei uns kriegt der Stürmer den Puck, legt ihn auf die Schaufel, fährt immer näher zum Tor, mach mit dem Kopf so Bewegungen wie ein afrikanischer Ausdruckstänzer, der gerade um Regen bettelt. Wenn er dann schiesst, ist der Torwart gut vorbereitet und dann im Vorteil. Ausser man trifft so präzise wie Deckenfrau, unser bester Slotschütze. 

Danke Mason für diesen Unterricht. Natürlich kann man das nicht einfach von heute auf morgen lernen. Aber man kann bei den Junioren Wert darauf legen, dass sie den Onetimer als Standard anschauen. Wer den Puck zuerst annimt und erst dann schiesst, muss danach im Handstand duschen oder so ähnlich.

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